Dies ist der 3.Teil der kleinen Skizzen zu Jean Guitton. Die folgenden Gedanken sind entnommen: Guitton, Jean: Mein jüngstes Gericht, 28ff.Pascal: Guitton, es geht um ihr Seelenheil. Warum glauben Sie an Gott?
Guitton: Der Grund ist, dass es mir schwer fällt an Gott zu glauben. Wäre es einfach, an Gott zu glauben, so wäre das für jedermann leicht zugänglich. Gott wäre dann allerdings nicht transzendent - er wäre nicht Gott. Wenn Gott aber Gott ist, besteht zwischen Ihm und uns eine große Diskrepanz. Es versteht sich dann, dass wir uns, sozusagen auf die Zehenpitzen unseres Geistes stellen müssen, um ihn wahrzunehmen. Wir würden die Existenz Gott lieber aus uns selbst herleiten können. Aber wenn wir das könnten, wäre der oder das Hergeleitete nicht mehr Gott. Das, was wir aus uns selbst herleiten, kann nicht Gott sein, denn es würde sich auf unserem Niveau befinden. Soviel dazu, wie es nicht geht.
Andererseits glaube ich in jedem Fall an das Absolute. Man muss einerseits das Absolute und andererseits Gott unterscheiden. Beide Wörter bezeichnen eine identische Wirklichkeit, drücken aber zwei verschiedene Ideen aus. Das Absolute steht für den ersten Ursprung, das grundlegende Prinzip des Seins und des Geistes, den absolut Ersten, Den, der ewig bleibt, unvergänglich und ohne Anfang, das Wesen, dessen Leben alles trägt. Die Vorstellung von Gott bedeutet hingegen alles, was vom Absoluten gesagt wurde - was schon sehr viel ist - und noch mehr. Es bedeutet, dass das Absolute ein denkendes, wollendes, liebendes Wesen ist. Gott ist jemand, zu dem man beten kann. Die Idee Gottes ist also ein Absolutes, das gleichzeitig eine Person ist. Die eigentliche Frage an der Sache ist: Ist das Absolute Gott? Denn das es ein Absolutes gibt, daran zweifelt kaum jemand. Wählen können wir nur zwischen dem Glauben an ein unpersönliches nicht-transzendentes Absolutes und dem an ein persönliches, transzendentes Absolutes. Die Wahl zwischen Pantheismus und Theismus. Das pantheistische Konzept einer unendlichen Gesamtheit lässt nichts außerhalb, ruht in sich selbst, gegründet in seiner eigenen Substanz. Der Mensch ist in diesem Szenario einerseits göttlich, andererseits aber doch nur ein kleines Rädchen in der unendlichen Gesamtheit. Im Theismus ist Gott nicht die Gesamtheit und die Gesamtheit nicht Gott. Gott ist transzendent, persönlich, freier Schöpfer. Der Anthropomorphismus, der darin liegt, entspricht dem Theomorphismus, in dem Gott den Menschen geschaffen hat. Insofern verwirft der Atheist war eine bestimmte Gottesvorstellung, aber der Glaube an das Absolute bleibt. Jeder Mensch ist Atheist in Bezug auf alle Gottesvorstellungen, die er nicht teilt.
Fraglich erscheint aber noch, ob man wirklich davon ausgehen kann, dass alle Menschen an das Absolute glauben. Hier ist es aufschlussreich, sich mit den atheistischen Denkschulen zu befassen. Die Materialisten erheben die Materie in den Rang des Absoluten, die Idealisten tun dasgleiche mit dem Geist oder dem Ich oder der Vernunft. Selbst wer sich dazu versteigt, das Absolute völlig abzulehnen, konzipiert letztlich eine nihilistische Metaphysik und zieht das Nichts als das Absolute heran. Und die Anerkennung des Absoluten durch jedermann ist auch berechtigt: Ohne das Absolute könnte es keine Wahrheit geben. Und wie sollte der Verstand ohne die Idee der Wahrheit funktionieren, die im Absoluten verankert ist? Ohne die Idee des Absoluten gibt es den Leitgedanken der Wahrheit nicht, und ohne den Leitgedanken der Wahrheit gibt es keine funktionierende Vernunft. Es gibt also keine Vernunft, die nicht irgendwie die Idee des Absoluten einschließt.
Warum sollte man sich aber nun für die Idee eines persönlichen Absoluten entscheiden und nicht für den Pantheismus? Weil es viel plausibler ist, dass die Welt auf einer Entscheidung beruht, als auf Zufall. Es erscheint viel plausibler, dass die Materie ihre Eigenschaften im Hinblick auf ein künftiges Leben mitbekommen hat. Würde dies alles auf Zufall beruhen, könnte es kaum die Koordinierung zwischen den einzelnen Entwicklungen und den Fakten geben, die man sonst als puren Zufall ansehen müsste und der dabei einen Grad von Unwahrscheinlichkeit erreicht, den man nur noch akzeptieren kann, wenn man nicht will, dass die Schöpfung auf eine Entscheidung zurückgeht.
Andererseits glaube ich in jedem Fall an das Absolute. Man muss einerseits das Absolute und andererseits Gott unterscheiden. Beide Wörter bezeichnen eine identische Wirklichkeit, drücken aber zwei verschiedene Ideen aus. Das Absolute steht für den ersten Ursprung, das grundlegende Prinzip des Seins und des Geistes, den absolut Ersten, Den, der ewig bleibt, unvergänglich und ohne Anfang, das Wesen, dessen Leben alles trägt. Die Vorstellung von Gott bedeutet hingegen alles, was vom Absoluten gesagt wurde - was schon sehr viel ist - und noch mehr. Es bedeutet, dass das Absolute ein denkendes, wollendes, liebendes Wesen ist. Gott ist jemand, zu dem man beten kann. Die Idee Gottes ist also ein Absolutes, das gleichzeitig eine Person ist. Die eigentliche Frage an der Sache ist: Ist das Absolute Gott? Denn das es ein Absolutes gibt, daran zweifelt kaum jemand. Wählen können wir nur zwischen dem Glauben an ein unpersönliches nicht-transzendentes Absolutes und dem an ein persönliches, transzendentes Absolutes. Die Wahl zwischen Pantheismus und Theismus. Das pantheistische Konzept einer unendlichen Gesamtheit lässt nichts außerhalb, ruht in sich selbst, gegründet in seiner eigenen Substanz. Der Mensch ist in diesem Szenario einerseits göttlich, andererseits aber doch nur ein kleines Rädchen in der unendlichen Gesamtheit. Im Theismus ist Gott nicht die Gesamtheit und die Gesamtheit nicht Gott. Gott ist transzendent, persönlich, freier Schöpfer. Der Anthropomorphismus, der darin liegt, entspricht dem Theomorphismus, in dem Gott den Menschen geschaffen hat. Insofern verwirft der Atheist war eine bestimmte Gottesvorstellung, aber der Glaube an das Absolute bleibt. Jeder Mensch ist Atheist in Bezug auf alle Gottesvorstellungen, die er nicht teilt.
Fraglich erscheint aber noch, ob man wirklich davon ausgehen kann, dass alle Menschen an das Absolute glauben. Hier ist es aufschlussreich, sich mit den atheistischen Denkschulen zu befassen. Die Materialisten erheben die Materie in den Rang des Absoluten, die Idealisten tun dasgleiche mit dem Geist oder dem Ich oder der Vernunft. Selbst wer sich dazu versteigt, das Absolute völlig abzulehnen, konzipiert letztlich eine nihilistische Metaphysik und zieht das Nichts als das Absolute heran. Und die Anerkennung des Absoluten durch jedermann ist auch berechtigt: Ohne das Absolute könnte es keine Wahrheit geben. Und wie sollte der Verstand ohne die Idee der Wahrheit funktionieren, die im Absoluten verankert ist? Ohne die Idee des Absoluten gibt es den Leitgedanken der Wahrheit nicht, und ohne den Leitgedanken der Wahrheit gibt es keine funktionierende Vernunft. Es gibt also keine Vernunft, die nicht irgendwie die Idee des Absoluten einschließt.
Warum sollte man sich aber nun für die Idee eines persönlichen Absoluten entscheiden und nicht für den Pantheismus? Weil es viel plausibler ist, dass die Welt auf einer Entscheidung beruht, als auf Zufall. Es erscheint viel plausibler, dass die Materie ihre Eigenschaften im Hinblick auf ein künftiges Leben mitbekommen hat. Würde dies alles auf Zufall beruhen, könnte es kaum die Koordinierung zwischen den einzelnen Entwicklungen und den Fakten geben, die man sonst als puren Zufall ansehen müsste und der dabei einen Grad von Unwahrscheinlichkeit erreicht, den man nur noch akzeptieren kann, wenn man nicht will, dass die Schöpfung auf eine Entscheidung zurückgeht.






Hier eine Zusammenfassung der Grundzüge aus Piepers Überlegungen zur Tapferkeit aus Pieper, Josef: Über die Tugenden. München 2004.
Gewissermaßen knüpft dieses Posting andas vorhergehende : "Jean Guitton: Mein Jüngstes Gericht" an. Man beachte auch die Quellenangabe des hier Skizzierten dort.




