Ist es erlaubt und angemessen, wenn das Evangelium auch unter Juden verbreitet wird?
Ja ...
- denn Jesus Christus selbst predigte und lehrte vor allem unter Juden.
- denn der Apostel Paulus besuchte auf seinen Missionsreisen stets zuerst die Synagoge einer Stadt und predigte dort (man war mit seinen Aussagen dort nicht immer einverstanden und hat ihn bei Nichtgefallen auch ab und zu verprügelt...)
- denn wo predigt der Apostel Petrus zuerst: In Jerusalem.
- denn die Kirche besteht seit Anbeginn aus Juden und Heiden, wie Paulus schreibt. Dies ist für ihn ein status quo, aber auch eine theologische Vorgabe.
- denn was soll dafür sprechen dem Volk, aus dem Jesus selbst stammt, das Evangelium bewusst vorzuenthalten?
Mir ist bewusst, dass das Judentum eine lange Leidensgeschichte hat. Aber Mission versteht sich nicht als Fortsetzung einer Leidensgeschichte, sondern als Hinführung zum Retter und Erlöser.
Ich mag an sich gar nichts zum Antisemitismus-Vorwurf schreiben. Er ist so ausgelutscht, dass jede Entgegnung darauf unweigerlich ebenso zum Gemeinplatz wird.
Abendzitat CCXXXVII. – Lamennais – Vorgriff auf’s V2
vor 8 Minuten


Kommentare:
Und genau daraus werden Dir Hobbyjuden - oder auch mal etwas überspanntere richtige - einen Antisemitismusvorwurf stricken... Was Dir - Du sagst es ja selbst - schnuppe sein kann. :-)
Wenn mich meine bescheidenen Kenntnisse des NT nicht im Stich lassen, ist es das Verdienst des Paulus, gegen Bedenken in der Jerusalemer Urgemeinde die Heidenmission durchgesetzt zu haben. Wodurch die Judennmission aber selbstverständlich nicht obsolet wurde.
Alas, aus Deiner/Eurer Perspektive stellt sich die Frage ja gar nicht in der Dringlichkeit, da die RKK eben heute - wie Du wiederum schon festgestellt hast - gar keine Judenmission mehr betreibt. Das machen halt nur Pfingstler und andere US-amerikanische Pro-Israel-Lobbyisten.
Ich halte die Mission der Juden nicht für die wichtigste Missionsaufgabe der Kirche.
Selbstverständlich haben auch die Juden einen Anspruch darauf, daß ihnen das Evangelium verkündet wird, viel wichtiger aber wird in Zukunft die Mission der Mohammedaner sein.
Die Mohammedanermission ist der einzige Weg, die Islamisierung Europas noch zu verhindern. Leider sehe ich nirgendwo Aktivitäten der Kirche, diese auch für sie existentielle Aufgabe anzugehen.
@ Harki
Nein, deine NT-Kentnnisse lassen Dich nicht im Stich. Es gab ja anfangs die Idee, die Heiden müssten zuerst Juden werden, um dann zu Christen getauft zu werden. Dieser Vorgang, mit allem was dazu gehört, wurde etwa bei Timotheus, späteren engen Gefolgsmann des Paulus und Bischof von Ephesus, noch vollzogen.
@ Arminius
Davon abgesehen, dass ich die "Islamisierungs-These" in ihrer rechts-populären Form so nicht teile, sind damit aber vor allem politische und gesellschaftliche Fragen verknüpft. Das ist nur mittelbar Aufgabe der Kirche. Hier geht es vor allem um Politik und Zivilgesellschaft. Die Kirche kann hier bewusstseinsbildend wirken, was sie wohl tatsächlich stärker als bisher tun könnte. Missionsbemühungen von politischen Erwägungen abhängig zu machen, wäre aber nicht angemessen.
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