Passend zum Namen des Blogs holen wir heute das Gedächtnis des Heiligen Georg nach, der gestern, am 23.4., seinen Gedenktag hatte.Georg war ein hoher Offizier im römischen Heer und stammte aus Kappadozien, einer Gegend die heute zur östlichen Türkei (Zentralanatolien) gehört, in der früher aber auch viele Griechen lebten. Diese Region war eine Zentrum des alten Christentums, mit wichtigen Theologen (Basilius der Große, Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz), dem bedeutenden Bischofssitz Cäsarea und über 3000 Kirchen. Von dort also stammt Georg, der in der zweiten Hälfte des 3.Jahrhunderts geboren wurde und im Jahre 304 unter Kaiser Diokletian das Martyrium erlitt. Er ist der Patron der Ritter und Soldaten, der Pfadfinder, der Bauern, der Pferde, der Reiter, der Sattler und Waffenschmiede. Er wird auch um Hilfe angerufen gegen Beschimpfungen, bei schwerem Fall, in geistigen Kämpfen, in Kriegsgefahr und Kriegsunglück.
In einem See, vor den Toren der Stadt Silena in Lybia, hauste ein schrecklicher Drache. Er kam, wenn er Hunger hatte, oft bis vor die Mauern der Stadt und verpestete die Luft mit seinem Gifthauch, so daß viele starben.
Um diese Plage abzuwenden, beschlossen die Einwohner, den Wurm täglich mit zwei Schafen, die sie an den See legten, zu füttern. Als es im weiteren Umkreis kaum noch Schafe gab, begannen die Menschen zu überlegen, wie sie den Wurm jetzt sättigen könnten. Sie kamen überein, dem Untier täglich einen Menschen und ein Schaf zu opfern. Das Los sollte entscheiden, welcher Mensch, Mann oder Frau, arm oder reich, das Opfer sein sollte.
Eines Tages fiel das Los auch auf des Königs eigene Tochter. Da weinte der König und bat das Volk um Erbarmen. Er versprach ihm Silber und Gold und die Hälfte des Königreiches, wenn sie seine Tochter verschonten. Das erzürnte die Menschen und sie sprachen zum König: "Wir mußten alle unsere Kinder verlieren, und du willst deine Tochter behalten?" Ja, sie drohten sogar, den Palast zu stürmen und die Tochter mit Gewalt fortzuführen.
Als der König merkte, daß das Volk willens war, diese Drohung wahrzumachen, bat er um eine Frist von acht Tagen, damit er sich von seiner Tochter verabschieden könne. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt. Am Morgen des achten Tages versammelten sich die Bürger vor dem Palast und verlangten die Herausgabe der Königstochter. Weinend nahm die Prinzessin von ihren Eltern Abschied und ging, königlich gekleidet, allein zum See. Dort setzte sie sich weinend und klagend auf einen Stein am Ufer und wartete auf das Kommen des Drachen.
Der heilige Georg, der zufällig vorbeiritt, hörte ihr Wehklagen, stieg vom Pferd, ging zu ihr und fragte sie nach der Ursache ihres Kummers. Sie antwortete: "Edler Ritter, reitet schnell weg von diesem verfluchten Ort, oder ihr werdet mit mir sterben, denn bald wird der Drache kommen und mich verschlingen." Georg aber sprach: "Habt Vertrauen zu mir, ich will euch helfen im Namen Gottes."
Während sie noch miteinander sprachen, kroch der Drache mit lautem Zischen aus dem Wasser. Georg sprang auf sein Pferd, machte das Zeichen des Kreuzes und ritt furchtlos auf das Untier zu. Mit seiner Lanze verwundete er es so, daß es zu Boden stürzte. Zur Königstochter sagte er: "Nehmt euren Gürtel und legt ihn dem Tier um den Hals. Es wird euch folgen wie ein zahmes Hündchen."
Die Bewohner der Stadt schrien entsetzt auf und wollten fliehen, als sie die Jungfrau mit dem Wurm sahen. Aber Georg rief sie zu sich und sprach: "Bleibt hier, Jesus Christus hat mich zu euch gesandt, damit ich euch vom Drachen erlöse. Darum glaubt an Gott und empfangt die Taufe, dann werde ich das Ungeheuer töten." Da ließen sich der König, seine Tochter und viel Volk taufen.
Um den Kadaver des von Georg getöteten Drachens aus der Stadt zu ziehen, mußten vier Paar Ochsen vorgespannt werden.
Der König überhäufte Georg mit Gold und Silber. Aber dieser ließ alles, was man ihm schenkte, an die Armen verteilen. Der Heilige blieb noch einige Zeit, predigend, taufend und Wohltaten austeilend, in der Stadt. Schließlich wollte Georg, trotz der Bitten der Bevölkerung, weiterreiten. Er umarmte den König, gab ihm noch viele gute Ratschläge und zog weiter, um Armen und Bedrängten zu helfen und das Christentum zu verbreiten.


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