Die Kirche begeht heute den Gedenktag des Hl.Ignatius von Loyola (1491-1556), des maßgeblichen Gründers der Societas Jesu (SJ), der Jesuiten.Aus den von Luis Gonsalvez überlieferten mündlichen Mitteilungen des heiligen Ignatius
Ignatius war dem Lesen nichtiger und verlogener Bücher verfallen, wie sie über die Taten großer Helden geschrieben werden. Als er sich nach seiner Verwundung wieder gesund fühlte, wünschte er solche Bücher, um sich die Zeit zu vertreiben. Im ganzen Haus jedoch fand sich kein Buch dieser Art. Darum brachte man ihm ein Buch mit dem Titel "Das Leben Christi" und ein anderes "Blüte der Heiligen", beide in seiner Muttersprache.
Durch wiederholtes Lesen dieser Bücher regte sich in ihm ein gewisses Gefallen an ihrem Inhalt. Manchmal jedoch schweiften beim Lesen seine Gedanken zurück zu dem, was er früher gelesen hatte, zu den oberflächlichen Empfindungen des Herzens, die seine Gedanken früher beschäftigt hatten, und zu vielen anderen derartigen Dingen.
Inzwischen aber kam ihm die Barmherzigkeit Gottes zu Hilfe und verdrängte bei neuer Lesung jene Gedanken durch andere. Als er nämlich das Leben unseres Herrn Christus und der Heiligen las, dachte er bei sich nach und folgerte: 'Wie, wenn ich so lebte wie der heilige Franziskus oder der heilige Dominikus?' Vieles Derartiges überlegte er in seinem Herzen, und auch diese Gedanken beschäftigten ihn ziemlich lange. Darauf folgten dann wieder oberflächliche, weltliche Gedanken, mit denen er sich erneut lange Zeit abgab. Dieser Wechsel der Gedankengänge in ihm hielt längere Zeit an.
Bei diesen verschiedenartigen Gedanken jedoch gab es einen großen Unterschied: Wenn er sein Denken auf Weltliches richtete, empfand er großes Vergnügen. Hörte er aber damit ermüdet auf, dann erfaßte ihn Traurigkeit und Trockenheit. Wenn er dagegen über die harten Lebensregeln nachdachte, die er die Heiligen befolgen sah, dann empfand sein Geist Freude, und zwar nicht nur, wenn er sie im Herzen hin und her überlegte, sondern er fühlte sich auch dann noch froh, wenn er von ihnen abgelassen hatte. Zuerst bemerkte und wertete er diesen Unterschied nicht, bis ihm eines Tages die Augen des Herzens aufgingen und er sich über diesen Unterschied zu wundern begann. Denn durch Erfahrung erkannte er, daß bei der einen Art von Gedanken Traurigkeit, bei der anderen aber Freude zurückblieb.
Dies war die erste der Überlegungen, die er über das geistliche Leben anstellte. Später, als er die geistlichen Übungen angefangen hatte, war das die erste Erleuchtung, mit der die Seinen über die Unterscheidung der Geister belehrte.


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