Mittwoch, 30. April 2008

Armenien, die Armenier - und was wir bei der Beschäftigung mit ihnen über uns lernen

Armenien und die Armenier sind früh bezeugt, sie sind ein altes Volk. Herodot erwähnt sie und vielleicht findet man sie sogar schon in in altpersischen Schriften des 6.Jhd. vor Chr. Im 2.Jhd vor Christus wird die Artaxiaden-Dynastie greifbar, deren Höhepunkt ein Großreich war, das König Tigran der Große im 1.Jahrhundert vor Christus von seiner Hauptstadt Tigranokert beherrschte. Unsere, meine, deutschen Vorfahren waren zu diesem Zeitpunkt noch ganz mit der Entscheidungsfindung beschäftigt, ob man von den Bäumen herunterklettern sollte (man fand in der Eifel dauerhaft keine Bananen...) oder ob man doch lieber auf ihnen wohnen bleiben möchte. Ernsthaft: Die Armenier sind ein altes Volk, das unseren Respekt verdient. Grade im Umgang mit Völkern, die eine große Zeit hatten - sie aber nun jetzt gerade nicht haben - können diejenigen, die grade oben auf sind - es aber sicher nicht immer waren und auch nicht bleiben - zeigen, dass sie wirklich Charakter besitzen.
Die Armenier sind das älteste christliche Volk der Welt. Im Jahr 301 wurde das Christentum durch Tiridates III. zur Staatsreligion ausgerufen. Das Christentum war der Überlieferung nach durch die Mission der Apostel Thaddäus und Bartholomäus nach Armenien gekommen. Die Ausrufung des Christentums zur Staatsreligion steht in engem Zusammenhang mit der Person "Gregors des Erleuchters". Dieser, aus einem parthischen Adelsgeschlecht stammend, hatte in Cäsarea das Christentum studiert. Es gelang ihm König Tiriades von einer schweren Krankheit zu kurieren. Der König wurde Christ, empfing die Taufe und ließ die Segnungen des christlichen Glaubens auch auf sein Reich niedergehen, indem er seinem Land den christlichen Glauben per Dekret verordnete. In einer Zeit wie der unseren, in der der Staat die Neigung verspürt, Religion auf ein Vorratslager für Normen (die dann doch niemand hält) anzusehen und nahezu verlangt, das Grunddogma des Relativismus vor jede religiöse Aussagen zu schieben, kann so ein König Tiriades für mich schon etwas Verheißungsvolles haben...
Im 5.Jahrhundert schließlich wurde das armenische Alphabet geschaffen, bevor im 6.Jahrhundert eine Entfremdung zwischen armenischer und Gesamtkirche einsetzte, die sich darin zeigte, dass die armenische Kirche die Beschlüsse des Konzils von Chalkedon (auf dem sie nicht vertreten sein konnte), namentlich die Lehre von den Zwei-Naturen Christi nicht akzeptierte. Der Akzent, den die Armenier setzten, blieb eindeutig bei der göttlichen Natur Christi, wenngleich die Unterschiede zwischen dem armenischen und dem chalzedonensischen Verständnis nicht unüberbrückbar erscheinen. An dieser Stelle kann sich nun die westliche Christenheit fragen, wie sie mit den Armeniern umgehen will. Auch hier gilt wieder: Zeigen wir Charakter, zeigen wir unsere christliche Einstellung, indem wir zu denen, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht mit uns einig wurden, ein gutes Verhältnis pflegen? Grade auch, wenn die Größenverhältnisse eben so sind, dass man die Armenier gegenüber den Katholiken zahlenmäßig vernachlässigen könnte. Das wäre aber keine Art des Umgangs. Sie sind die Statthalter einer großen, alten und ganz und gar christlich durchdrungenen Tradition und Kultur. Grade wenn wir etwas tun, wovon wir eigentlich nichts haben, können wir zeigen, dass wir wirklich Menschen sind und nicht nur Affen, die besonders komplizierte Umwege gehen können, um an die Banane zu kommen.
Wie auch immer, im 7.Jahrhundert erobern moslemische Araber das Land, im 11.Jahhrundert Türken, der Sitz des Katholikos der Armenier wird nach Kilikien am Mittelmeer verlegt. Katholikos Nerses Shnorhali (+1173) ragt in dieser Epoche durch seine intensiven Kontakte zur griechischen, syrischen und römischen Kirche heraus. Überhaupt haben die Armenier nie das Gefühl dafür verloren, Teil der einen Kirche zu sein, wie sich an vielfältigen Unionsbemühen, die bisher aber nur vorübergehend zum Abschluß kamen (1307-1361), aber ein gutes Verhältnis zwischen Rom und den Armeniern schufen, zeigte.
Während der Kreuzzüge intensivieren sich die Kontakte zwischen Armenien und den westlichen Christen und auch besonders zwischen der armenischen Führung in Kilikien und dem Heiligen römischen Reich deutscher Nation. König Heinrich VI. erhebt den armenischen Fürsten zum König, der vom Erzbischof von Mainz gekrönt wird. 1375 wird das Königreich jedoch durch die Mameluken zerschlagen, der armenische Katholikos flieht nach Jerusalem, wo es bis heute noch ein armenisches Viertel gibt. Im Bewustsein des Volkes ging die Würde des Königs auf den armenischen Katholikos über, was bezeugt, dass die Identität der Armenier, die nun im osmanischen Reich lebten, weitgehend durch das armenische Christentum überlebte.
In den stärker werdenden Bedrängnissen, die das osmanische Reich gegen Ende des 19.Jahrhunderts erlebte, kam es nahezu durchgehend zu Übergriffen gegen die (eigentlich als loyal geltenden) Armenier von unterschiedlicher Intensität. Die Opferzahlen sind nicht fassbar, dürften aber schon zu diesem Zeitpunkt bei etlichen Zehntausenden liegen. Im Zuge des allgemeinen Nationalismus kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Armeniern, Kurden und Türken, wobei die Armenier durch ihre zahlenmäßige Unterlegenheit in den sich abzeichnenden Konflikten eine schlechte Ausgangsposition besaßen. Auseinandersetzungen besonders 1894 und 1896 verliefen blutig, aber für die Armenier weitgehend ergebnislos. Der türkische Nationalismus ("Jungtürken") wurde aber zunehmend zur Bedrohung der christlichen Armenier. 1909 wurden 25.000 Armenier in ihrem alten Siedlungsgebiet Kilikien ermordert, weil man in ihnen Unterstützer einer nicht-jungtürkischen Regierung sah. Nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges sahen die Armenier, einst loyale Untergeben des türkischen Sultans, nach ihrer Bedrängnis durch die türkischen Nationalisten ihr Heil in der Hinkehr zu Russland, in dessen Reihen viele Armenier in den Krieg gegen die Türkei eintraten. Die Folgen waren verheerend:
  • armenische Soldaten der türkischen wurden entwaffnet, zu Arbeitseinheiten zusammengfasst und dann oft "bataillonsweise" hingerichtet
  • Armenier werden aus ihren angestammten Siedlungsgebieten ins Landesinnere der Türkei deportiert.
  • unter den Armeniern gewinnt die sozialistische Partei die Oberhand, auf Ausgleich bedachte Repräsentanten "verschwinden". Bei einem Aufstand kommt es zu Übergriffen gegenüber den Türken, auch die Armenier gingen nicht zimperlich vor.
  • im Juni 1915 werden die Armenier Konstantinopels verhaftet, die Türken sahen die Christen, besonders die Armenier, als Feinde im inneren und schoben militärische Argumente vor, um sie ein für alle mal zu vernichten. Sie wurden enteignet, verschleppt, konzentriert und einerseits durch Militär und Hilfstruppen ermordet, andererseits auf Todesmärsche geschickt. Hilfsangebote anderer Staaten für die Armenier wurden von den Türken zurückgewiesen, es gab keine Pläne, die Armenier irgendwo neu anzusiedeln. Türkische Politiker oder Militärs, die sich der Vernichtung der Armenier widersetzten, wurden abgesetzt.
  • der militärische Vorwand verflog schon bald: Deportiert wurden besonders Frauen und Kinder, nachdem man die wehrfähigen Männer getötet hatte. Dazu waren die armenischen Siedlungsgebeite militärisch und für Kollaboration bedeutungslos. Einen organisierten Aufstand der Armenier gab es nicht.
  • auch nach 1915 wurden Armenier weiter deportiert. Eine rühmliche Rolle kommt hier dem deutschen General Liman von Sanders zu, der sich unter Androhung militärischer Gegenmaßnahmen gegen die Deportationen stellte.
  • Die Opferzahl dürfte sich dem Wert von 1,5 Millionen Toten annähren.
Die zuerst begonnene Aufarbeitung der Vorgänge fällt in der Türkei immer noch dem türkischen Nationalismus zum Opfer. Dies ist ein Punkt, durch den die Türkei ihre völlige Unfähigkeit zur Integration in die EU und die europäische, abendländische Kultur belegt. Es ist dabei gleichgültig, ob man die begangenen Verbrechen nun Völkermord nennt oder nicht. Die Türkei zu hofieren - die den (ich nenne ihn so) Völkermord an den Armeniern bis heute verharmlost und keinerlei Unrechtsbewußtsein zeigt - und sie wohlmöglich beim herrschenden status quo in die EU aufzunehmen, wäre ein Schlag ins Gesicht für die Armenier. Aber wer interessiert sich für sie, ein kleines Volk im Kaukasus, das in einem abgelegenen Winkel lebt und nicht genug Kaufkraft aufweist, um interessant zu sein? Über sie kann man hinweggehen - und man kann nicht nur, man tut es weithin auch. Zum Zustand der Politik, die ja weitgehend nur den Zustand der Gesellschaft spiegelt, muss nichts weiter gesagt werden.

Donnerstag, 24. April 2008

Heiliger Georg der Drachentöter

Passend zum Namen des Blogs holen wir heute das Gedächtnis des Heiligen Georg nach, der gestern, am 23.4., seinen Gedenktag hatte.
Georg war ein hoher Offizier im römischen Heer und stammte aus Kappadozien, einer Gegend die heute zur östlichen Türkei (Zentralanatolien) gehört, in der früher aber auch viele Griechen lebten. Diese Region war eine Zentrum des alten Christentums, mit wichtigen Theologen (Basilius der Große, Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz), dem bedeutenden Bischofssitz Cäsarea und über 3000 Kirchen. Von dort also stammt Georg, der in der zweiten Hälfte des 3.Jahrhunderts geboren wurde und im Jahre 304 unter Kaiser Diokletian das Martyrium erlitt. Er ist der Patron der Ritter und Soldaten, der Pfadfinder, der Bauern, der Pferde, der Reiter, der Sattler und Waffenschmiede. Er wird auch um Hilfe angerufen gegen Beschimpfungen, bei schwerem Fall, in geistigen Kämpfen, in Kriegsgefahr und Kriegsunglück.

In einem See, vor den Toren der Stadt Silena in Lybia, hauste ein schrecklicher Drache. Er kam, wenn er Hunger hatte, oft bis vor die Mauern der Stadt und verpestete die Luft mit seinem Gifthauch, so daß viele starben.
Um diese Plage abzuwenden, beschlossen die Einwohner, den Wurm täglich mit zwei Schafen, die sie an den See legten, zu füttern. Als es im weiteren Umkreis kaum noch Schafe gab, begannen die Menschen zu überlegen, wie sie den Wurm jetzt sättigen könnten. Sie kamen überein, dem Untier täglich einen Menschen und ein Schaf zu opfern. Das Los sollte entscheiden, welcher Mensch, Mann oder Frau, arm oder reich, das Opfer sein sollte.
Eines Tages fiel das Los auch auf des Königs eigene Tochter. Da weinte der König und bat das Volk um Erbarmen. Er versprach ihm Silber und Gold und die Hälfte des Königreiches, wenn sie seine Tochter verschonten. Das erzürnte die Menschen und sie sprachen zum König: "Wir mußten alle unsere Kinder verlieren, und du willst deine Tochter behalten?" Ja, sie drohten sogar, den Palast zu stürmen und die Tochter mit Gewalt fortzuführen.
Als der König merkte, daß das Volk willens war, diese Drohung wahrzumachen, bat er um eine Frist von acht Tagen, damit er sich von seiner Tochter verabschieden könne. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt. Am Morgen des achten Tages versammelten sich die Bürger vor dem Palast und verlangten die Herausgabe der Königstochter. Weinend nahm die Prinzessin von ihren Eltern Abschied und ging, königlich gekleidet, allein zum See. Dort setzte sie sich weinend und klagend auf einen Stein am Ufer und wartete auf das Kommen des Drachen.
Der heilige Georg, der zufällig vorbeiritt, hörte ihr Wehklagen, stieg vom Pferd, ging zu ihr und fragte sie nach der Ursache ihres Kummers. Sie antwortete: "Edler Ritter, reitet schnell weg von diesem verfluchten Ort, oder ihr werdet mit mir sterben, denn bald wird der Drache kommen und mich verschlingen." Georg aber sprach: "Habt Vertrauen zu mir, ich will euch helfen im Namen Gottes."
Während sie noch miteinander sprachen, kroch der Drache mit lautem Zischen aus dem Wasser. Georg sprang auf sein Pferd, machte das Zeichen des Kreuzes und ritt furchtlos auf das Untier zu. Mit seiner Lanze verwundete er es so, daß es zu Boden stürzte. Zur Königstochter sagte er: "Nehmt euren Gürtel und legt ihn dem Tier um den Hals. Es wird euch folgen wie ein zahmes Hündchen."
Die Bewohner der Stadt schrien entsetzt auf und wollten fliehen, als sie die Jungfrau mit dem Wurm sahen. Aber Georg rief sie zu sich und sprach: "Bleibt hier, Jesus Christus hat mich zu euch gesandt, damit ich euch vom Drachen erlöse. Darum glaubt an Gott und empfangt die Taufe, dann werde ich das Ungeheuer töten." Da ließen sich der König, seine Tochter und viel Volk taufen.
Um den Kadaver des von Georg getöteten Drachens aus der Stadt zu ziehen, mußten vier Paar Ochsen vorgespannt werden.
Der König überhäufte Georg mit Gold und Silber. Aber dieser ließ alles, was man ihm schenkte, an die Armen verteilen. Der Heilige blieb noch einige Zeit, predigend, taufend und Wohltaten austeilend, in der Stadt. Schließlich wollte Georg, trotz der Bitten der Bevölkerung, weiterreiten. Er umarmte den König, gab ihm noch viele gute Ratschläge und zog weiter, um Armen und Bedrängten zu helfen und das Christentum zu verbreiten.

Montag, 21. April 2008

Hl. Anselm von Canterbury

Die Kirche begeht heute den Gedenktag des Heiligen Kirchenlehrers und Erzbischofs Anselm von Canterbury (+21.4.1109). Anselm wurde 1033 in Aosta geboren, wurde Mönch und Abt der Abtei Bec in der Normandie und schließlich von 1093-1109 Erzbischof von Canterbury und Primas von England. Als solcher war er ein Vorkämpfer der kirchlichen Freiheit, im gleichen Sinn wie später Papst Gregor VII. Zweimal mußte er in die Verbannung gehen. Er war ein philosophischer und theologischer Denker von ungewöhnlichem Format und gilt als Vater der scholastischen Theologie. Er versuchte, die Theologie seiner Zeit durch Beweisführungen in strenger Logik zu erneuern. Der Glaube soll für die Vernunft einsichtig werden. Sein Programm wird im heutigen Tagesgebet zusammengefasst:

Gott, du bist unerforschlich in deinem Wesen, und doch offenbarst du dich den Menschen. Du hast den heiligen Anselm gedrängt, die Tiefe deiner Weisheit zu erforschen und zu verkünden. Gib, daß der Glaube unserem Verstand zu Hilfe komme, damit unser Herz liebgewinnt, was du uns zu glauben befiehlst.

Anselm hinterließ uns unter anderem seine berühmten und bis heute diskutierten Werke "Proslogion" (mit dem "ontologischen Gottesbeweis") und "Cur deus homo" (mit der sogenannte n"Satisfaktionslehre" als einer - ich denke maßgeblichen - Auslegung des Kreuzestodes Christi), das zur Islam-Mission gedacht war.
Anselm war in seinem Denken ein treuer Schüler des Heiligen Augustinus. Von ihm übernahm er das Diktum: Ich glaube, um zu verstehen.

Schließlich ein schöner Abschnitt aus dem Proslogion:
Hast Du gefunden, meine Seele, was du gesucht hast? Du hast Gott gesucht und gefunden, daß er das Höchste von allem ist, so hoch, daß wir nichts Höheres denken können als ihn. Du hast gefunden, daß er Leben und Licht, Weisheit und Güte, ewige Seligkeit und selige Ewigkeit in Person ist, überall und immerdar.
Herr, mein Gott, der mich geschaffen und neu geschaffen hat, sag meiner verlangenden Seele, was du über das hinaus bist, was sie gesehen hat, damit sie dich rein erkennt. Meine Seele streckt sich aus, um noch mehr zu sehen. Aber jenseits von dem, was sie gesehen hat, erblickt sie nur Finsternis. Ja, sie sieht auch keine Finsternis, da es die nicht in dir gibt. Aber sie merkt, daß sie wegen ihrer eigenen Finsternis mehr nicht sehen kann.
Wirklich, Herr, das ist das unzugängliche Licht, in dem du wohnst; es gibt wirklich nichts anderes, was in dieses Licht eindringen und dich dort sehen könnte. Wahrhaftig, deswegen kann ich nicht sehen, weil es zu hell für mich ist. Und doch: was immer ich sehe, ich sehe es durch dieses Licht, wie ein krankes Auge alles, was es erblickt, durch das Sonnelicht sieht, obwohl es nicht in die Sonne sehen kann.
Meine Vernunft ist ohnmächtig gegenüber diesem Licht, es leuchtet zu stark; sie faßt es nicht und das Auge meiner Seele hält es nicht lange aus, hineinzuschauen. Das Auge schreckt vor dem Glanz zurück, wird von der Fülle besiegt, von der Unermeßlichkeit zu Boden geworfen und von der Kraft geblendet.
Du höchstes, unzugängliches Licht! Du volle und selige Wahrheit, wie fern bist du von mir, obwohl ich doch so nahe bei dir bin! Wie fern bist du meinen Blicken, wo ich deinen Augen doch unmittelbar gegenwärtig bin!
Du bist überall, und doch sehe ich dich nicht. In dir bewege ich mich, und in dir bin ich, und doch kann ich nicht zu dir kommen! Du bist in mir und um mich, und doch, ich fühle dich nicht! Mein Gott, ich bete: Ich möchte dich erkennen, dich lieben und an dir mich freuen. Wenn ich es in diesem Leben nicht ganz erreichen kann, so laß mich täglich fortschreiten, bis jenes Ganze kommt; hier möge deine Erkenntnis in mir wachsen und dort vollendet werden. Hier nehme meine Liebe zu dir zu, um dort vollkommen zu werden. Hier sei meine Freude groß in der Hoffnung, dort in der Wirklichkeit unbegrenzt.

Sonntag, 20. April 2008

Anatolij Frenkin: Mut zur Ethik - Blick aus Russland

Diese Gedanken stammen von Anatolij Frenkin, Professor der russischen Akademie der Wissenschaften und wurden 1993 auf dem Kongreß "Mut zur Ethik" in Bregenz vorgetragen.

In Summa: Die Angleichung zwischenmenschlicher Beziehung nach marktwirtschaftlichem Muster birgt ethische Gefahren in sich. Wenn man einerseits dafür Sorge tragen will, dass die Mehrheit der Bürger sich moralisch verhält, andererseits aber einen totalitären Staat vermeiden will, mus die moralische Ordnung über das Individuum hinaus gehen und in überpersönlichen Grundlagen der geistigen Kultur verankert werden.

Der kommende radikale Individualismus birgt Gefahren in sich (...). Ihr schaden vor allem das falsche Verständnis und die Anwendung der marktwirtschaftlichen Beziehungen als Modell für zwischenmenschliche Beziehungen. In der Schule war es früher eine durchaus praktizierte moralische Selbstverständlichkeit, daß der stärkere dem schwächeren Schüler half (...). So wurde Kameradschaft erlernt, und so habe ich es auch erlebt. Was ich konnte, habe ich natürlich zur Verfügung gestellt. Alle praktischen Gründe zählten nicht wirklich. Heute machen die Stärkeren, die Fleißigeren bereits in Kinderjahren ihr Geschäft. Sie verkaufen die Leistung unter dem Motto "Der Markt bestimmt unser Leben" (...).
Der Zerfall der Moral wird von einem militanten Egoismus und nicht zuletzt einem neuen Nihilismus des Denkens vorangetrieben, der zur Abschaffung aller Autoritäten und Traditionen in Familie, Schule und Betrieb führt (...). Selbstverständlich wäre es wünschenswert, wenn alle Leute sich ohne Zwang freiwillig moralisch verhielten. Das ist aber ein unerreichbares Ideal. In Wirklichkeit gibt es - wie bekannt - verschiedene Niveaus oder Reifestufen des moralischen Verhaltens. Einige handeln pflichtbewußt, weil sie so erzogen sind, die anderen aus Angst vor der öffentlichen Meinung. Für die Gesellschaft ist es nicht egal, wie fest die Moral in der Person verankert ist. Aber das Ergebnis, die Tatsache, daß so viele Bürger wie möglich sich moralisch und nicht kriminell verhalten, ist auch wichtig, weil es überlebensnotwendig ist. Das schließt jede Rechtfertigung des Totalitarismus aus. Die Aufgabe lautet also, ohne Rückfall in den Totalitarismus eine moralische Ordnung wiederherzustellen, denn sonst zerfällt die Gesellschaft vollständig. Das kann nur ein neues demokratisches und aufgeklärt konservatives Denken leisten, das in Russland dringend erforderlich und auch schon auf dem Weg ist.
Ganz typisch für diese Entwicklung ist der Versuch der liberalen Intelligenzia, die Sittlichkeit aus christlicher Sicht neu zu begründen. Für die Umwertung der philosophischen Grundlagen der Ethik in Russland ist aber zuallerst der Kulturkonservatismus kennzeichnend - ein typisch russisches Phänomen, das in Deutschland nicht so eindeutig vertreten ist. Es geht dabei um die Bewahrung der Nationalkultur, der literarischen, philosophischen und ästhetischen Klassik, mit einer vorrangingen Berufung auf das christliche Fundament der Sittlichkeit. Professor Mitrochin (...) schreibt diesbezüglich folgendes: "Nun erweist es sich, daß jene Zielsetzung, die die spezifische Besonderheit der menschlichen Tätigkeit bildet, notwendigerweise die Transzendierung der Wesenskräfte des Menschen in ein anderes Daseinsreich voraussetzt. Ähnliches gilt für das Ziel jedes praktischen Handelns, das losgelöst von dem unmittelbaren Handeln begründet werden muß. Daher der Begriff einer transzendenten, sinnlich nicht wahrnehmbaren Welt, die als Gott, als Absolutes oder anderes bezeichnet wird. (...) Es hat sich als unmöglich erwiesen, den Menschen in seinem Verhalten zu motivieren, ohne daß er Stützpunkte außerhalb seines kurzen vergänglichen Weges findet. (...) Er ist ein Teil, ein Moment in der Geschichte der Gattung und damit einer unvergänglichen Geisteswelt. Erst dieses Bewusstsein von der Existenz überpersönlicher Grundlagen, die sich über die Endlichkeit des individuellen Lebens erheben, verleiht ihm Kraft und Unabhängigkeitsgefühl."
Diese Fragestellung beruht nicht nut auf der Religion, sondern auf der gesamten überlieferten geistigen Kultur (...). Diese breitere Grundlage, die auch der geschichtlichen Komplexität gerecht wird erscheint mir als eine besonders konstruktive und fruchtbare Ausgangsthese.
Quelle: Günter Rohrmoser - Die Zerstörung der Sittlichkeit. Werteverfall und Kulturkrise. Gesellschaft für Kulturwissenschaft 1994.

Samstag, 19. April 2008

Der Korrumpierung der Gesellschaft durch das Wahlprinzip: Katholizismus oder Tod!

Aus einer Rede vor dem spanischen Kongreß im Dezember 1850

In Summa: Das Wahlprinzip korrumpiert die Gesellschaften. Diesem Vorgang kann nur durch das religiöse Prinzip entgegnet werden, das daher zu fördern ist. Jedes politische Problem wurzelt letztlich in der Alternative zwischen Revolution oder Religion, Katholizismus oder Tod.

So kläglich ist es, meine Herren, und so riesengroß, das Gemälde dieser allgemeinen Korruption! Wenn Sie mit mir bis zum geheimnisvollen Ursprung dieses Todeszeichens hinaufsteigen wollen, so werden Sie es teils in der Dekadenz des religiösen Prinzips teils in der Entwicklung des Wahlprinzips finden. Das Wahlprinzip schmuggelt an und für sich schon solches Verderben ein, daß alle bürgerlichen Gesellschaften, die antiken wie die modernen, in denen es vorherrschte, am Wundbrand gestorben sind. Das religiöse Prinzip ist, im Gegenteil, ein so ausgezeichnetes Mittel gegen diese Fäulnis, daß es keine Korruption gibt, die seinem Kontakt widersteht. Darum gibt es keine Nachricht darüber, daß je eine wirklich katholische Gesellschaft an der Korruption untergegangen sei. Die gegensätzliche Art und Kraft des einen wie des anderen Prinzips kann nirgends besser ersehen werden als in den Mönchsinstitutionen. Die korrumpierende Kraft des Wahlprinzips ist so mächtig, daß sie auch in jenen heiligen Gemeinschaften Ränke und Intrigen einführte; die Kraft des religiösen Prinzips ist so überragend, daß selbst jene Institue, die durch das Wahlprinzip regiert werden, sich reiner und gesunder hielten als alle bürgerlichen Gesellschaften. Sie alle haben von der Korruption in den Klöstern reden hören; Sie alle haben vielleicht einmal daran geglaubt. Nun gut: Sie dürfen wissen, daß die Geschichten, die man Sie gelehrt hat, eine dauernde Verschwörung gegen die Wahrheit und eine Heiligung der Lüge sind. Ohne Zweifel, meine Herren, haben die klösterlichen Institute ihre Zeiten gehabt, da sie gewachsen sind, und ihre Zeiten, da sie im Niedergang begriffen waren, wie alle Einrichtungen, die etwas Menschliches an sich haben. Aber Sie sollen auch wissen, daß sie selbst in den Zeiten des Niedergangs den aufgeklärtesten und vortrefflichsten bürgerlichen Gesellschaften als Vorbild dienen konnten.
Dies vorausgesetzt ist das große Regierungsproblem, das die Minister zu lösen haben, das folgende: Einen solchen Wachstumsantrieb dem religiösen Prinzip zu geben, daß die korrumpierende Kraft des Wahlprinzips neutralisiert wird. Das ist ein Problem, das nicht nur nicht gelöst worden ist, sondern von den Ministern der Krone nicht einmal gestellt wurde. Ich sage mehr: Jetzt, in diesem Augenblick, glaube ich in ihren Gedanken zu lesen: ich bin sicher, daß sie, wenn sie sich nicht fürchteten, mich zu unterbrechen, alle miteinander mich fragen würden: was hat denn die Religion mit den Wahlen zu tun? Was hat sie damit zu schaffen? Sie hat so viel damit zu tun, daß, wenn sie das religiöse Prinzip auf der Seite lassen, daß sie weder der Korruption, die das Wahlprinzip erzeugt, Einhalt gebieten, noch sie heilen können, als nur mit dem Brenneisen oder ihrem Blut. Sie sollen es nicht einer eitlen Laune zuschreiben, meine Herren, daß ich die Religion in alle politischen Fragen hineinziehe; ich bin es nicht, der sie hineinzieht, sie selber kommen ganz von selbst her; klagen sie nicht mich an, klagen Sie vielmehr die Natur der Dinge selbst an. Bin zufällig ich die Ursache davon, daß jedes politische Problem letztendlich auf das Dilemma zurückgeht: die Religion oder die Revolution, der Katholizismus oder der Tod?

Mehr als ein wichtiges Zeichen...

Der Heilige Vater hat sich bei seinem Besuch in den Vereinigten Staaten, wie man der Presse entnehmen konnte, mit fünf Menschen getroffen, die von Amtsträgern der katholischen Kirche sexuell missbraucht wurden.
Ich denke, den Beteiligten gebührt dafür Respekt und ich halte dieses Treffen für ein sehr wichtiges Zeichen, vielleicht noch wichtiger als die Rede vor den Vereinten Nationen. Der Respekt gebührt dem Heiligen Vater, der das Schmuddel-Thema nicht gemieden hat. Auch in seiner weißen Soutane ist er sich nicht zu schade, sich mit den Abgründen dessen auseinanderzusetzen, was diejenigen, die Hirten sein sollten, sich aber als Wölfe gezeigt haben, anrichteten. Genauso gebührt aber der Respekt den Mißbrauchsopfern, die die Kraft und den Willen aufgebracht haben, sich mit dem obersten Repräsentanten der Kirche zu treffen, in deren Rahmen ihnen dieses unermeßliche Leid angetan wurde.
Realistischerweise wird sich niemals dort, wo Kinder und Jugendliche Erwachsenen "ausgeliefert" sind, Mißbrauch völlig ausmerzen lassen. Dennoch steht gerade die Kirche hier in einer hohen Verantwortung. Es ist schlimm genug, dass es dieses Problem auch in der Kirche gibt. Denn wenn es dieses irgendwo nicht geben dürfte, dann ja wohl in der Kirche. Sollte man denken.
Der Papst hat angesichts der Umstände hier ein sehr positives Zeichen gesetzt, das vermutlich nicht allen katholischen Hierarchen in den USA gefallen wird. Aber ich denke, und hoffe, dass es ein Zeichen der Zerknirschung ist, das die Kirche und jeden aufrechten Katholiken befallen muss, wenn er von den Missbrauchsfällen hört. Es gibt wohl kaum etwas, was dem Satan so sehr und so offensichtlich in die Hände spielt, wie der sexuelle Missbrauch von Kindern durch Kirchenleute. Er bringt die Kirche schnell in eine Verteidigungsposition, die dann fast so wirken muss, als wolle sie die Missbrauchsfälle relativieren. Das kann, wenn man nicht sehr bedacht vorgeht, dann endgültig abstoßen wirken. Dass die Kirche aber nicht darauf aus ist, das leider immer wieder vorzufindende Phänomen des sexuellen Missbrauchs in ihren Reihen herunterzuspielen, hat der Papst in aller Stille, aber doch deutlich vernehmbar gezeigt.

Mittwoch, 16. April 2008

Geburtstag des Heiligen Vaters





















Mit großer Freude begeht der katholische Erdkreis heute den 81.Geburtstag des Pontifex maximus und Diener der Diener Gottes, Seiner Heiligkeit

Papst Benedikt XVI.

Stellvertreter Jesu Christi auf Erden
Nachfolger des Apostelfürsten
Oberster Priester der universalen Kirche Gottes
Primas von Italien
Bischof und Metropolit von Rom
Souverän des Kirchenstaates

und sieht mit großer Dankbarkeit dem vierten Jahr seiner geistlichen Regentschaft über das Volk Gottes entgegen. Er ist ein wahres Geschenk des allmächtigen Gottes an seine heilige Kirche.

Der Glaube ist kein bequemer Weg. Wer ihn als solchen anbietet, wird scheitern. Er stellt den höchsten Anspruch an den Menschen, weil er groß vom Menschen denkt. Aber gerade weil er dies tut, ist er schön und unserem Wissen gemäß. Wenn wir ihn in seiner ganzen Größe und Weite sehen, dann trägt er die Antworten in sich, nach denen unsere Stunde ruft.
(aus: Wendezeit für Europa?)

Gott,
in deiner Vorsehung hast du Petrus
zum Vorsteher der Apostel bestimmt
und auf ihn deine Kirche gegründet.
Schütze und segne deinen Diener,
unseren Papst Benedikt,
den du zum Nachfolger
des heiligen Petrus berufen hast.
Gib, dass er in deinem Volk
der sichtbare Grundstein ist
für die Einheit des Glaubens
und der brüderlichen Liebe.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.

Lang lebe unser geliebter Heiliger Vater! VITA ET VICTORIA!




Montag, 14. April 2008

Juan Donoso Cortes: Zivilisation gründet im Christentum

Aus einer Rede vor dem spanischen Kongreß im Januar 1850

In summa: (1) Jede Zivilisation gründet im Christentum, welches in ihm die Autorität unverletztlich macht, den Gehorsam heiligt und das Opfer zur Göttlichkeit erhebt. (2) Eine idealtypische Entsprechung zwischen Priester und Soldat.

Jede wahre Zivilisation kommt aus dem Christentum. Das ist so gewiß, daß die gesamte Zivilisation sich wieder in der christlichen Zone gesammelt hat; außerhalb dieser gibt es keine Zivilisation, sondern alles ist Barbarei; und dies ist so gewiß, daß es vor dem Christentum keine zivilisierten Völker in der Welt gegeben hat, nicht ein einziges!
Kein einziges, meine Herren; ich sage, daß es keine zivilisierten Völker gegeben hat, weil das römische Volk und das griechische Volk keine zivilisierten Völker waren; sie waren gebildete Völker, was etwas ganz anderes ist. Die Kultur ist der Firnis, nichts anderes als der Firnis der Zivilisation. Das Christentum zivilisiert die Welt, indem es drei Dinge vollbringt: es hat die Welt zivlisiert, indem es aus der Autorität eine unverletztliche Sache machte, indem es aus dem Gehorsam ein Heiliges machte, indem es aus der Entsagung und dem Opfer oder, um es besser zu sagen, aus der Liebe eine göttliche Sache machte. Auf diese Weise hat das Christentum die Völker zivilisiert. Nun gut - und hier befindet sich die Lösung des großen Problems - , nun gut, die Ideen von der Unverletztlichkeit der Autorität, der Heiligkeit des Gehorsams und der Göttlichkeit des Opfers, diese Ideen befinden sich heute nicht in der bürgerlichen Gesellschaft, sie befinden sich in den Gotteshäusern, wo man den gerechten und barmherzigen Gott verehrt, und in den Feldlagern, wo man den starken Gott, den Gott der Schlachten, unter den Symbolen des Ruhmes anbetet. Deshalb, weil die Kirche und das Heer die einzigen sind, die die Begriffe der Unverletztlichkeit der Autorität, der Heiligkeit des Gehorsams und der Göttlichkeit der Liebe unbefleckt erhalten haben, deshalb sind diese zwei heutzutage die Repräsentanten der europäischen Zivilisation.
Ich weiß nicht, meine Herren, ob es Ihre Aufmerksamkeit erregt hat, wie es die meine erregte, die Ähnlichkeit, die fast völlige Gleichheit zwischen zwei Personen, die die gegensätzlichsten und verschiedenartigsten zu sein scheinen: die Ähnlichkeit zwischen dem Priester und dem Soldaten. Weder der eine noch der andere lebt für sich, weder der eine noch der andere lebt für seine Familie; für den einen wie für den anderen liegt der Ruhm im Opfer, in der Selbstverleugnung. Die Obliegenheit des Soldaten ist, für die Unabhängigkeit der bürgerlichen Gesellschaft zu wachen. Die Obliegenheit des Priesters ist, für die Unabhängigkeit der religiösen Gesellschaft zu wachen. Die Pflicht des Priesters heißt sterben, Leben geben wie ein guter Hirte seinen Schafen. Die Pflicht eines Soldaten als eines guten Bruders heißt, sein Leben für seine Brüder hergeben. Wenn Sie die Härte des priesterlichen Lebens betrachten, wird Ihnen das Priestertum als eine wahrhafte Miliz erscheinen, und es ist dies auch in der Tat. Und wenn sie die Heiligkeit des militärischen Dienstes betrachten, so erscheint Ihnen der militärische Dienst als ein wahres Priestertum. Was wäre die Welt, was wäre Europa, wenn es weder Priester noch Soldaten gäbe? (Langer Beifall.)

John Henry Newman: Ausschauen nach Christus

Kein Gedanke kommt dem Menschen unter dem Einfluß der natürlichen Religion leichter in den Sinn, beunruhigt seine Seele und entnervt seinen Eifer mehr als der, daß wir letzten Endes doch uns selbst grundlos dabei beunruhigen, wenn wir unsere Herzen den edelsten Neigungen und Strebungen hingeben. Als ein römischer Stoiker Selbstmord beging, klagte er, er habe die Tugend angebetet, um am Ende zu finden, daß sie doch nur ein leerer Name sei. Es ist ja auch heute noch die Art der Welt, das religiöse Prinzip als Eigenheit des Temperamentes, als Schwäche, Begeisterung, verfeinertes Gefühl oder (je nachdem) als Zeichen eines furchtsamen und engen oder einen hitzigen oder eines hochbegabten Geistes zu betrachten. Hier kommt uns nun die Offenbarung mit einfachen und deutlichen Tatsachen und Handlungen entgegen, nicht mit mühsamen Folgerungen aus gegebenen Erscheinungen, nicht mit verallgemeinerten Gesetzen oder metaphysischen Aufstellungen, sondern mit Jesus und der Auferstehung: "Wenn Christus nicht auferstanden ist", so bekennt sie klar, "dann ist unsere Predigt unnütz und eitel euer Glaube." Tatsachen wie diese sind nicht einfach nur Beweise für die Wahrheit der Offenbarung, sondern Vermittler ihrer Überzeugungskraft. Das Leben Christi vereinigt und konzentriert Wahrheiten, die müßig und verloren über die Oberfläche der moralischen Welt hinwandern und oft voneinander abzuweichen scheinen. Es sammelt die zerstreuten Lichtstrahlen, die in den ersten Tagen über das Angesicht der Natur ausgegossen wurden, in bestimmte erkennbare Zentren am Firmament des Himmels, damit sie herrschen über den Tag und über die Nacht und das Licht scheiden von der Finsternis.
Aus einer Predigt an der Universität Oxford 1843 (nach: J.H.Newman/Josef Mann: Worte des Herzens, 1981)

Freitag, 11. April 2008

Man(n) wird Moslem...

Patrick Ebert, 20 Jahre alt und Profi-Fußballspieler bei Hertha BSC Berlin und in der U21-Nationalmannschaft, will, so hört man, zum Islam übertreten. Ebert ist evangelisch getauft.
Er wäre dabei nicht der erste Profi-Fußballer, der das islamische Bekenntnis annimmt, vielmehr wurde dieser Schritt in letzter Zeit von einigen, zum Teil bekannten, Profis vollzogen. Was bewegt junge, erfolgreiche, wohl auch wohlhabende Männer zum Übertritt zum Islam, einer Religion, die im Grunde hier fremd und wenig kompatibel ist?

Patrick Ebert kann selbstverständlich sein Bekenntnis wählen wie er will. Einer der vielen Vorzüge in nicht-islamischen Staaten. Dennoch - was reizt zur Konversion zum Islam? Er verweist auf überzeugende Freunde. Aber damit ist die Frage eigentlich eher verschoben. Einige Gedanken dazu:

1) Welchen Platz nimmt die Weitergabe des Glaubens an Außenstehende in der Kirche ein? Insbesondere unter den Laien, also denen die nicht für die Kirche arbeiten? Offenbar ist grade Mund-zu-Mund-Propaganda recht erfolgreich.

2) Leben wir als Christen nicht einigermaßen lau? Bloß nicht anecken! Bloß nicht auffallen! Eberts moslemische Freunde waren uns da voraus. Ich sehe nicht ein, warum offenbar vor allem Moslems und Freikirchler ihr Leben aus dem Glauben heraus führen, Katholiken aber oft vor dem Zeitgeist kuschen.

3) Die beiden ersten Punkte sind nicht neu. Hinzufügen möchte ich aber, dass ich den Eindruck habe , dass besonders Männer in der Kirche irgendwie keine Anlaufstelle finden. Die Theologie, die die Gemeinden vor Ort zu hören bekommen, schwankt oft zwischen kunterbunt-belanglos und betroffen-weinerlich. Erfolg ist fast verdächtig. Stärke - naja ..., fällt das Wort "Macht" erntet man aufgerissene Augen. Auch Anstrengung, Disziplin, Durchhaltevermögen, Strenge und Opferbereitschaft passen schlecht zu einem Glauben, der sich auf "aber Jesus hat uns doch immer alle lieb!" reduziert. Ich glaube hier liegt etwas im Argen. Es gibt zwar "Männerarbeit", aber diese erscheint mir oft recht künstlich und allein der Begriff läßt mich an Norwegerpullis denken. Wir brauchen weder eine konstruierte Männerarbeit, noch eine aberwitzige feministische Theologie, sondern schlicht eine vernünftige Verkündigung des Evangeliums und des Glaubens der Kirche. Darin finden sich Männer wie Frauen wieder, wenn man die völlig unangebrachte sentimentalistische Umwallung weglässt. Gefühle gehören zum Leben und zum Evangelium, aber man kann das eine wie das andere nicht darin auflösen. Die Kirche soll keine "Neuen Männer" züchten, sondern Christen sammeln. Besonders für christliche Männer gehört es seit jeher zu ihrem Auftrag, dass es ihnen aufgetragen ist, ihre Aufgaben in Kirche und Welt beherzt zu erfüllen. Erfolg ist nicht schlecht und wer es zu etwas bringt, muss sich nicht entschuldigen. Wer hart arbeitet ist keine "workoholic", sondern fleißig. Auch gegen ein gesundes Selbstbewusstsein ist absolut nichts zusagen. Die Schwäche der Kirche liegt auch darin begründet, dass sie gegenwärtig dazu neigt, die Stärke gering zu schätzen.

Donnerstag, 10. April 2008

"Man ist nur für wenige Menschen gemacht" oder: Ein Weblog macht sich selbst zum Thema

Positionierung:

Anläßlich des neuen Begrüßungstextes links auch hier einige Anmerkungen:
Mein Motto Semper idem! bleibt natürlich bestehen. Der Blog bleibt die eigenartige Angelegenheit, die er seit seinen Anfängen ist, also eine Art Blog, der sich weigert ein richtiger Blog zu sein.

Am deutlichsten zeigt sich diese Weigerung wohl in der Länge vieler Artikel, die ich hier poste. Mir ist klar, dass diese vermutlich nicht von vielen Leuten gelesen werden (daher gibt es seit einiger Zeit auch kürzere). Ich bin da aber schmerzfrei, zumal ich auch Rückmeldungen bekommen habe, dass grade diese längeren Beiträge geschätzt werden und ich auch selbst von ihrem Abfassen profitiere. Davon abgesehen ist mir das Mehrheitsprinzip eh fremd :-).
Ich werde den längeren Artikeln aber demnächst eine kurze Zusammenfassung ("in summa") voranstellen, so dass es leichter fällt sich zu entscheiden, ob man sich einen längeren Beitrag antun will oder nicht.

"Tagesaktuell" werde ich weiterhin nur in Ausnahmefällen sein (etwa wenn es gilt, das Banner des Heiligen Vaters zu erheben). Da gibt es andere Weblogs und Orte im Internet, die diese Aufgabe erfüllen, zum Teil auch bei mir verlinkt. Hier wird weiter das dominieren, was Harki
einmal - ohne es explizit auf diesen Blog zu beziehen - kulturpessimistisches Schwerenötertum nannte :-).

Der Blog bleibt die leicht staubig-trockene Asservatenkammer ultramontanistischer Reaktion auf allen Ebenen. Aber Vorsicht: Die Klingen sind noch scharf! :-)

Soli deo gloria!

Dienstag, 8. April 2008

Juan Donoso Cortes: Göttliche und weltliche Ordnung

In summa: Die weltliche Ordnung muss dem religiösen Glauben korrespondieren. Ohne eine Verankerung im Glauben ist keine zivilisatorische Ordnung möglich.

Meine Herren, die Zivilisation hat zwei Phasen; die eine will ich die bejahende nennen, weil in ihr die Zivilisation in Bejahung beruht; die ich auch Fortschritt nennen will, weil die Bewegungen, in denen sie beruht, Wahrheiten sind, und die ich schließlich auch als katholisch bezeichnen will, weil der Katholizismus es ist, der in seiner Fülle alle diese Wahrheiten und alle diese Bewegungen umfaßt. Im Gegensatz dazu besteht ein anderes Gesicht der Zivilisation, das ich negativ nennen will, weil es ausschließlich in Verneinungen beruht, die ich Niedergang, Dekadenz heißen will, weil diese Verneinungen Irrtümer sind, und die ich als revolutionär bezeichnen will, weil diese Irrtümer sich schließlich in Revolutionen umwandeln, die die Staaten verwandeln.
Nun gut, meine Herren, welches sind die drei Bejahungen dieser Zivilisation, die ich die der Bejahung, des Fortschritts und der Katholizität nennen will? Die drei Bejahungen sind die folgenden: in der Ordnung des Religiösen bejaht man, daß ein persönlicher Gott existiert (Lärm und Gelächter auf der Tribüne und auf der Linken) ... Es existiert ein Gott, und dieser Gott ist überall. Zweite Bejahung: Dieser persönliche Gott, der überall ist, regiert im Himmel und auf der Erde. Dritte Bejahung: Dieser Gott, der im Himmel und auf der Erde regiert, regiert absolut die göttlichen und menschlichen Dinge.
Nun gut, meine Herren: wo es diese drei Bejahungen in der religiösen Ordnung gibt, gibt es auch diese drei Bejahungen in der politischen Ordnung: es existiert ein König, der vermittelst seiner Agenten überall ist; dieser König, der überall ist, herrscht über seine Untertanen, und dieser König, der über seine Untertanen herrscht, regiert seine Untertanen. So daß also die politische Bejahung nichts anderes als die Folgerung aus der religiösen ist. Der politischen Einrichtungen, in denen sich diese drei Bejahungen darstellen, gibt es zwei: die absoluten Monarchien und die konstitutionellen Monarchien (...) Meine Herren, in diesen drei Bejahungen kommt die Periode der Zivilisation zum Abschluß, die ich die bejahende genannt, die ich die des Fortschritts genannt, die ich die katholische genannt habe.
(aus der "Rede über Europa", Januar 1850)

Juan Donoso Cortes: Wider den Sozialismus

Aus einer Rede vor dem spanischen Kongreß im Januar 1850
"Ist denn der Sozialismus etwas anderes als eine religiöse Sekte? Der Sozialismus ist das Kind der politischen Ökonomie, so wie die junge Viper das Kind der Viper ist, das, kaum geboren, seine eigene Mutter verschlingt. Treten Sie auf diese ökonomischen Probleme ein, stellen Sie sie in den ersten Rang, und ich zeige Ihnen zum Beispiel zum voraus an, daß Sie vor Ablauf von zwei Jahren alle sozialistischen Probleme im Parlament und auf den Straßen haben. Will man den Sozialismus bekämpfen? Den Sozialismus bekämpft man nicht; und diese Meinung, über die früher die esprits forts gelacht haben, bringt schon jetzt weder in Europa noch in der ganzen Welt jemand mehr zum Lachen; wenn man den Sozialismus bekämpfen will, ist es nötig, jene Religion zu Hilfe zu rufen, die die Reichen die christliche Liebe lehrt, die Armen die Geduld; die die Armen ergeben zu sein lehrt und die Reichen mitleidsvoll.
(Beifall. Gut, gut!)"

Sonntag, 6. April 2008

Es gibt nichts Neues unter der Sonne: Juan Donoso Cortes und die Ökonomisierung

Eine interessante Diagnose bietet uns Juan Donoso Cortes zum Auftakt seiner "Rede über Europa", die er im Januar 1850 vor dem spanischen Kongreß hielt. Übersetzt von Johannes Langenegger.

Meine Herren, aus Gründen, die meine Freunde kennen, alle aber erraten, von der politischen Bühne zurückgetreten, hatte ich nicht daran gedacht, heute an dieser, noch auch an irgendeiner anderen Diskussion teilzunehmen. Wenn ich nun heute dieses Schweigen breche, so geschieht es, um eine Pflicht zu erfüllen, eine Pflicht, die ich als geheiligt erachte, wie ich alle meine Pflichten als geheiligt betrachte. Trotzdem, meine Herren, ist die tiefe Mutlosigkeit, die in meinem Inneren den Entschluß, mich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen, begründet hat, ist diese tiefe Mutlosigkeit heute viel größer als gestern, gestern viel größer als vorgestern. Meine finstern Voraussagen hatten vorher Europa im ganzen als Objekt; heute, unglücklicherweise, ist ihr Gegenstand auch die spanische Nation. Ich glaube, meine Herren, ich glaube aus tiefster Überzeugung, daß wir in eine Periode der Angst und der Furcht eintreten; alle Merkmale, die das anzeigen, präsentieren sich auf einmal: die Verblendung der Vernunft, die Verbitterung der Geister, die gegenstandslosen Streitigkeiten, und über alles, mehr als alles dies - und das wir das sein, was den Kongreß am allermeisten in Verwunderung setzen wird -die blinde Wut, die sich aller für die Wirtschaftsreformen bemächtigt. Diese blinde Wut, die alle auf diese Klasse von Problemen hinpeitscht, kommt nie in den Vordergrund, wenn sie nicht ein sicheres Zeichen großer Katastrophen und großer Zusammenbrüche ist. (...)
So betrachet muß ich drei überaus schwerwiegende Irrtümer bekämpfen, denen sie alle zum Opfer gefallen sind. Ich meine Herren, der ich den Irrtum bekämpfe, wo ich ihn vorfinde, werde ihn angreifen, wo ich ihn vorgefunden habe. Betrachten Sie die von mir als Irrtümer charakterisierten und von mir bekämpften Punkte. Erstens: Die wirtschaftlichen Probleme sind an und für sich die wichtigsten. Zweitens: Die Zeit ist gekommen, da man in Spanien endlich diesen Fragen die Wichtigkeit beimißt, die sie an sich haben. Drittens: Wirtschaftliche Reformen sind nicht bloß mögliche, sondern leichte Dinge. Diesen Irrtümern sind sie alle verfallen; und ich habe mich hier einzig zu dem Zwecke erhoben, Sie alle auf diesem Gebiete zu bekämpfen, um gegen diese Irrtümer vorzugehen.

Donnerstag, 3. April 2008

Darf es Mission unter Juden geben?

Ist es erlaubt und angemessen, wenn das Evangelium auch unter Juden verbreitet wird?

Ja ...
- denn Jesus Christus selbst predigte und lehrte vor allem unter Juden.
- denn der Apostel Paulus besuchte auf seinen Missionsreisen stets zuerst die Synagoge einer Stadt und predigte dort (man war mit seinen Aussagen dort nicht immer einverstanden und hat ihn bei Nichtgefallen auch ab und zu verprügelt...)
- denn wo predigt der Apostel Petrus zuerst: In Jerusalem.
- denn die Kirche besteht seit Anbeginn aus Juden und Heiden, wie Paulus schreibt. Dies ist für ihn ein status quo, aber auch eine theologische Vorgabe.
- denn was soll dafür sprechen dem Volk, aus dem Jesus selbst stammt, das Evangelium bewusst vorzuenthalten?

Mir ist bewusst, dass das Judentum eine lange Leidensgeschichte hat. Aber Mission versteht sich nicht als Fortsetzung einer Leidensgeschichte, sondern als Hinführung zum Retter und Erlöser.
Ich mag an sich gar nichts zum Antisemitismus-Vorwurf schreiben. Er ist so ausgelutscht, dass jede Entgegnung darauf unweigerlich ebenso zum Gemeinplatz wird.

Mittwoch, 2. April 2008

John Howard: Erklärung zur Immigration

Erklärung von John Howard, Premierminister von Australien, am 21.1.2008.

"Die nichtaustralischen Immigranten müssen sich anpassen. Ob man dies hören will oder nicht, ich habe es satt, dass diese Nation sich darum sorgt zu wissen, ob wir gewisse Individuen oder ihre Kultur beleidigen. Seit den terroristischen Angriffen auf Bali stellen wir ein Anwachsen des Patriotismus bei der Mehrheit der Australier fest. Unsere Kultur hat sich seit mehr als zweihundert Jahren des Kampfes, der Geschicklichkeit und der Siege von Millionen Männern und Frauen, die die Freiheit gesucht haben, entwickelt. Unsere offizielle Sprache ist Englisch; nicht Spanisch, nicht Libanesisch, nicht Arabisch, nicht Chinesisch, nicht Japanisch und auch nicht irgendeine andere Sprache. Falls Sie also Bestandteil unserer Gesellschaft sein wollen, erlernen Sie die Sprache! Die Mehrzahl der Australier glaubt an Gott. Es handelt sich nicht um einen christlichen Zwang, nicht um den Einfluß der Rechten oder die Einwirkung politischen Drucks; aber es ist eine Tatsache: Denn Männer und Frauen haben diese Nation auf christlichen Prinzipien gegründet und dies wird offiziel gelehrt. Es ist vollkommen angemessen, diese an den Wänden unserer Schulen anzuschlagen. Wenn der Gottesgedanke Sie verletzt, so schlage ich Ihnen vor, ein anderes Vaterland dieser Welt als Land aufzusuchen, das sie empfängt, den Gott ist Bestandteil unserer Kultur. Wir nehmen ihre Glaubensbekenntnisse hin, ohne Fragen zu stellen. Alles, was wir von Ihnen verlangen ist, das Sie unsere christlichen Bekentnisse akzeptieren und in friedlicher Harmonie mit uns leben. Dies hier ist unser Land, unsere Erde und unser Lebensstil! Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, sich all dies zu nutze zu machen. Aber falls sie nicht aufhören wollen, sich zu beklagen, unsere Fahne herabzusetzen, wenn Sie unsere Verwurzelung, unsere christlichen Bekenntnisse und unseren Lebensstil nicht mögen, dann ermutige ich Sie ernsthaft, sich eine andere große australische Freiheit zunutze zu machen: das Recht, abzureisen. Wenn Sie hier nicht glücklich sind, dann gehen Sie! Wir haben sie nicht gezwungen hierher zu kommen, Sie haben darum nachgesucht, hier zu sein. Nehmen sie als das Land, das Sie gewählt haben, so hin, wie es ist."

Die Karfreitagsfürbitte im Alten Ritus

Nach der durch Papst Benedikt XVI. gebilligten Änderung der Karfreitagsfürbitte des Alten Ritus (in der für die Erleuchtung der Juden gebetet wird) war die Aufregungen in jüdischen Organisationen groß. Nicht etwa, weil diese Fürbitte neu eingeführt wurde, sondern weil sie nicht ganz fallen gelassen wurde.

Hilfreich kann besonders in diesem Zusammenhang sein zu wissen, dass der Talmud verlangt, dass ein frommer Jude am Morgen den Segensspruch betet: „Gepriesen seist Du Ewiger, unser Gott und König der Welt, der mich nicht zu einem Nichtjuden hat werden lassen.“ Das liegt auf derselben Linie, wie die Bitte um die Erleuchtung der Juden in der Karfreitagsliturgie, wie der nicht ganz unbekannte Rabbiner Jacob Neusner zu bedenken gegeben hat (www.dailyfreeman.com). Wer für sein eigenes Christ- oder Jude-sein danken kann, wird es auch anderen wünschen. Alles andere wäre Relativismus, Beliebigkeit. Jesus und die Apostel im NT, wie auch Mose und die Propheten des AT, waren jedenfalls gar nicht relativistisch - Beliebigkeit war ihnen allen fremd, wenn sie auch für alle Menschen offen waren, die mit aufrichtigem Herzen Gott suchen.