Mittwoch, 11. Februar 2009

Piusbruderschaft in der Kirche - na und?

Denken wir doch nur einen kurzen Moment, nein besser: nur einen ganz kurzen Moment, daran, was passiert, wenn der mit Heulen und Haare-raufen befürchtete Super-GAU eintritt: Die FSSPX wird wieder mit Rom vereint, bekommt eine Personalprälatur und Rom gibt sich damit zufrieden, dass die FSSPX'ler eine halbgare Zustimmung zum Vatikanum II unterschreiben ... Na und? Was passiert den denjenigen, die mit der FSSPX keinen Kontakt pflegen wollen - nichts! Auch in 10 Jahren wird es keine Verfügung geben, die Volksaltäre an die nächste Wand zu schieben, die Messe Paul VI. wird nicht abgeschafft, die Ministrantinnen werden nicht rausgeschmissen, die modernen Liederbücher nicht verbrannt... Wovor haben die (angeblich) 'Liberalen' Angst?

Vor einigen Tagen sagte mir jemand, dass die Entwicklung hin zur Entscheidungskirche und das Wiedererstarken der Konservativen problematisch konvergieren würden. Woran das wohl liegen könnte?

Kommentare:

Olifant hat gesagt…

Ich perslnlich ziehe es vor, von weiblichen Ministranten zu sprechen, und nicht von Ministrantinnen

Lupambulus Berolinen. hat gesagt…

Eine "Personalprälatur" für die FSSPX? Allenfalls eine theoretische Möglichkeit. Praktisch: nie und nimmer.

Mcp hat gesagt…

Um ehrlich zu sein: Weibliche Ministranten sind mir ein Greul.

Aber (noch) kein Grund mit der Kirche brechen. Mit dem Glauben sowieso nicht.

Allerdings wäre eine "Kirche von unten" mit Frauenordination und dergleichen Undenkbarkeiten ein Grund über FSSPX nachzudenken.

Denn zumindest das haben die Heuchler von SPON & Co fertiggebracht. Meinereiner beschäftigt sich intensiver mit der inkriminierten Bruderschaft. Vieles daran gefällt mir außerordentlich gut. Nicht alles, aber immerhin. Man kann aber froh sein, dass es sie gibt.

Im Übrigen. Warum sich die liberalen und linken Katholiken Hand in Hand mit den linken und liberalen Nichtkatholiken echauffieren, ist auf eine einfache Tatsache zurückzuführen: Sie alle stellen Ideologie über ihren Glauben; mithin über Gott.

Resident hat gesagt…

Ich weiß nicht wovor Liberale Angst haben, aber ich persönlich hätte ein Problem damit, wenn man der SSPX nur eine halbgare Akzeptanz des letzten Konzils abverlangt.

Der Papst hat einen Schritt der Gnade auf die Gruppe hinzugemacht. Nun ist diese am Zug und muß aufrichtig das Schisma überwinden. Und dazu gehört Unterwerfung unter das Lehramt, inklusive aller Konzilien.

Die organisatorische Form ist da eigentlich zweitranging. Personalprälatur wäre schon möglich (und es wäre schön eine zweite zu haben). Nur muß man auch andere Traditionalistengruppen im Auge haben, die früher wieder vollkatholisch wurden und sowas auch nicht gekriegt haben, siehe Petrusbruderschaft oder die Campos-Gruppe.

Mcp,
es gibt überhaupt keinen Grund mit der Kirche zu brechen, schon gar nicht zu gunsten einer schismatischen, in ihrer Ekklesiologie selbst nicht kohärenten Gruppe.

Johannes hat gesagt…

Wenn man das, was Ratzinger vor zwanzig Jahren übe das Konzil sagte - wenig freundliches, siehe den Hinwies auf "Summorum pontificum"-, mit dem vergleicht, was FSSPX heute über das Konzil sagt, zeigen sich verblüffende Parallelen.

Resident hat gesagt…

Welche Parallelen denn?

Kardinal Ratzinger stand und steht loyal zum letzten Konzil, was ihm aber nicht den Blick auf Verbesserungsbedürftiges (die es bei jedem Konzil immer gab) verstellte.

Die SSPX lehnt das letzte Konzil bisher grundlegend ab.

Macht euch keine Hoffnung. Papst Benedikt XVI wird sich nicht zur Pseudo-Tradition der SSPX "bekehren", wie Tissier es gerne hätte.

Lupambulus Berolinen. hat gesagt…

Es steht noch in den Sternen, ob es überhaupt zu irgendeiner Rekonziliation kommen wird, jedenfalls wird es einen legitimen Cafeteria-Katholizismus nach rechts hin auch niemals geben. Williamson und Tissier würden den Weg der Aussöhnung (und das heißt hier gutkatholisch: Unterwerfung; vgl. die traditionelle Formulierung "laudabiliter se subiecit") wohl nicht mitgehen. Der Hl. Stuhl wird sie erneut exkommunizieren und ggf. später von ihnen vorgenommene Bischofsweihen gar nicht mehr als gültig anerkennen, so wie auch die Bischofsweihe von vier verheiratenen aus dem Amt geschiedenen Priestern durch Milingo nicht anerkannt wurde. Also dann nicht mehr "unerlaubt, aber gültig", sondern "null und nichtig" oder - in den Worten von "Apostolicae Curae" -: "ordinationes ... irritas prorsus fuisse et esse omninoque nullas".

Resident hat gesagt…

Ich glaube auch nicht, daß es zur einer Aussöhnung der gesamten SSPX kommen wird, bestenfalls zu einer Spaltung, wobei Fellay & Schmidberger zurückehren würde. Tissier, Williamson & Galaterra im Schisma bleiben würden.

Eine erneute Exkommunikation wird es aber nur geben, wenn Rom dazu gezwungen wird, sei es durch eine erneute Bischofsweihe oder einen anderen offenen Akt.

Mag sein, daß solche Bischofsweihen nicht anerkannt werden, nur wäre es genauso widersinnig wie es im Falle Millingo war und ist. Die Gültigkeit einer Bischofsweihe hängt nicht von römischer Zustimmung an. Millingos Bischofe sind genauso gültig geweihte Bischöfe wie es jeder andere Bischof auch ist.

Nikodemus hat gesagt…

Ich gehe davon aus, dass die Personalprälatur kommen wird, nicht morgen aber mittel-bis langfristig. Ob das alle FSSPX'ler mitmachen ist noch die Frage, aber die, die nicht dabei sein werden, werden endgültig zur Sekte.

Eine alternative zur Papsttreue sind die FSSPX'ler für mich auch nicht.

Anonym hat gesagt…

Das wird definitiv anders gelöst. Weitere Personalprälaturen wird es in Zukunft gewiss auch einmal geben, aber das Opus Dei hat kein Interesse, mit solchen Brüdern dieselbe kanonische Struktur zu teilen. Und so groß sollte doch sein Einfluss auch unter Benedikt XVI. noch sein, das zu verhindern.