Bischof Richard Williamson ist einer der vier Bischöfe, deren Exkommunikation vor wenigen Tagen durch Kardinal Hoyos mit Zustimmung des Papstes aufgehoben wurde. Drei Tage vor der Aufhebung der Exkommunikation wurde im schwedischen Fernsehen, in welchem Zusammenhang auch immer, ein Interview mit ihm gesendet, in dem Bischof Williamson kund tat, dass er nicht die Existenz von Gaskammern glaube und er die Zahl der im Zuge der NS-Gewaltherrschaft getöten Juden mit 200.000 - 300.000 einschätze, mithin wesentlich unter der weithin kolportierten Zahl von etwa 6 Millionen.Nun bin ich der Auffassung, dass es jedem gestatet sein soll, seine eigene Auffassung über die Dinge der Welt zu haben, so abwegig diese auch sein mag. Eine staatliche Strafverfolgung scheint mir daher unangemessen, obwohl ich natürlich weiß, dass unsere Gesetze diese vorsehen. Ich bin aber dafür, dass sich jeder auf die Weise unmöglich machen können soll, die ihm gefällt - denn genau das hat der Bischof getan. Es spricht nicht für die Priesterbruderschaft Pius X. (FSSPX), dass jemand mit derartig eigentümlich-abwegigen Ansichten wie Richard Williamson (der auch einen Blog, inklusive Karikatur seiner selbst betreibt) dort zum Bischof aufsteigen kann. Wem Bischof Williamson nun am meisten geschadet hat - sich selbst, der FSSPX oder Rom, kann man noch nicht ausmachen.
Nun wurde in den vergangenen Tagen häufig die Aufhebung der Exkommunikation und Bischof Williamsons Sichtweise des Holocaust in Verbindung gebracht. Zwischen beiden besteht aber kein Zusammenhang. Die Aufhebung der Exkommunikation war eine Geste der Annährung und Väterlichkeit gegenüber der FSSPX, von der unter anderem auch Bischof Williamson betroffen war, hatte aber natürlich keinesfalls etwas mit dessen Äußerungen zu tun. Die Problematik der FSSPX wird aber durch Bischof Williamson deutlich. Andererseits darf man sich durch solche privaten Äußerungen eines Einzelnen zu säkularen Themen auch nicht davon abbringen lassen, den Weg der Einheit weiter zu gehen oder gar die ganze FSSPX jetzt unter Generalverdacht zu stellen. Als regulärer, römisch-katholischer Bischof ist Williamson allerdings wohl kaum vorstellbar. Er gilt auch in der FSSPX als Hardliner und Exponent des rechten Randes innerhalb der Bruderschaft.
Dass auch nach den heutigen Klarstellungen von Papst Benedikt XVI. während der Generalaudienz und auch des zunächst zurückhaltenden Generaloberen der FSSPX, Bischof Fellay (der im weiteren Bischof Williamson bis auf weiteres Äußerungen zu politischen und historischen Themen untersagt hat) und des deutschen Destrikoberen, Pater Schmidberger (der sehr deutliche Worte gefunden hat) das jüdische Oberrabinat in Israel die Kontakte nach Rom abbricht, verstehe ich unter diesen Umständen nicht, ebensowenig wie die Äußerungen des ZdJ. Für jedermann, der sich ein wenig mit der Sache beschäftigt muss wohl klar sein, dass es sich hier um zwei völlig unterschiedliche Dinge handelt - die Exkommunikation steht mit den Äußerungen Williamsons in keinem Zusammenhang, er wurde nicht als Holcuast-Leugner rehabilitiert, sondern als einer der Bischöfe der FSSPX. Allein das zeitliche Zusammentreffen gibt interessierten Kreisen die Möglichkeit, die Sache hochzuspielen und seinen Einlasung und dem Bischof selbst eine Bedeutung zuzumessen, die weder seine Äußerungen, noch er selbst haben.


















