Anläßlich des Gedenktages des Hl.Ignatius von Loyola eine Besinnung aus seinen geistlichen Übungen:BESINNUNG ÜBER DIE ZWEI BANNER
das eine von Christus, dem höchsten Befehlshaber und unserem Herrn; das andere von Luzifer, dem Todfeind unserer menschlichen Natur.
Die erste Vorübung ist der geschichtliche Vorgang, hier also - wie Christus alle unter sein Banner ruft und herbeiwünscht; und Luzifer im Gegenteil unter das seine.
Die zweite: Aufbau des Schauplatzes; hier sehen ein großes Feldlager über jener ganzen Gegend von Jerusalem, worin der höchste Befehlshaber der Guten Christus unser Herr ist, ein anderes Feldlager in der Gegend von Babylon, worin der Anführer der Feinde Luzifer ist.
Die dritte: bitten um das, was ich begehre; und das ist hier - bitten um Erkenntnis der Betrügereien des bösen Anführers und um Hilfe, mich vor ihnen zu bewahren; sowie um Erkenntnis des wahren Lebens, das der höchste und wahre Befehlshaber zeigt, und um Gnade, Ihn nachzuahmen.
[Erster Teil]
Der erste Punkt ist: sich bildlich vorstellen, wie sich der Anführer aller Feinde in jenem weiten Feldlager von Babylon auf einem großmächtigen Thron aus Feuer und Rauch niederläßt, in einer schreckenerregenden und abscheulichen Gestalt.
Der zweite: erwägen, wie er ein Aufgebot von unzähligen Dämonen macht und wie er sie aussprengt, die einen in diese Stadt und die anderen in eine andere und so über die ganze Welt hin, ohne Provinzen, Orte, Stände noch irgendwelche Personen im einzelnen zu übergehen.
Die dritte: erwägen der Rede, die er an sie richtet, und wie er sie anspornt, Netze und Ketten auszuwerfen; und zwar sollen sie zuerst durch die Begierde nach Reichtum in Versuchung führen, so wie er es bei den meisten zu tun pflegt, damit sie je leichter zu eitler Ehre der Welt und danach zu einem ausgewachsenen Hochmut gelangen. Auf diese Weise ist die erste Stufe Reichtum, die zweite Ehre, die dritte Hochmut, und über diese drei Stufen verführt er zu allen anderen Lastern.
[Zweiter Teil]
Der erste Punkt ist: erwägen, wie Christus unser Herr Sich in einem großen Feldlager in jener Gegend von Jerusalem an einem bescheidenen Platz begibt, schön und liebenswürdig.
Der zweite: erwägen, wie der Herr der ganzen Welt so viele Personen, Apostel, Jünger usw. erwählt und sie über die ganze Welt aussendet, damit sie Seine heilige Lehre über alle Stände und Lebenslagen der Personen ausbreiten.
Der dritte: erwägen der Ansprache, die Christus unser Herr an alle seine Diener und Freunde hält, die er zu solchem Tgewerk aussendet; wie er ihnen empfiehlt, sie möchten allen zu helfen versuchen, indem sie diese zuerst zur größten geistlichen Armut hinbewegen und, wenn Seine göttliche Majestät sich ihrer bedienen und sie erwählen wollte, nicht minder zur aktuellen Armut; zweitens zum Verlangen, geschmäht und verachtet zu werden, denn aus diesen beiden Dingen ergibt sich die Demut; auf diese Weise entstehen drei Stufen: die erste, Armut gegen Reichtum; die zweite, Schmähung und Verachtung gegen die weltliche Ehre; die dritte, Demut gegen Hochmut; und über diese drei Stufen sollen sie zu allen anderen Tugenden hinführen.
(...) wie immer bilden die drei Zwiegespräche mit Unserer Herrin, dem Sohn und dem Vater [den Abschluß].
Geistliche Übungen: Zweite Woche, Vierter Tag. Zitiert aus: Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen. Übertragen von Adolf Haas. Freiburg 1991/1999.








