Freitag, 31. Juli 2009

Gedenktag des Hl. Ignatius von Loyola (31.Juli)

Anläßlich des Gedenktages des Hl.Ignatius von Loyola eine Besinnung aus seinen geistlichen Übungen:

BESINNUNG ÜBER DIE ZWEI BANNER

das eine von Christus, dem höchsten Befehlshaber und unserem Herrn; das andere von Luzifer, dem Todfeind unserer menschlichen Natur.

Die erste Vorübung ist der geschichtliche Vorgang, hier also - wie Christus alle unter sein Banner ruft und herbeiwünscht; und Luzifer im Gegenteil unter das seine.
Die zweite: Aufbau des Schauplatzes; hier sehen ein großes Feldlager über jener ganzen Gegend von Jerusalem, worin der höchste Befehlshaber der Guten Christus unser Herr ist, ein anderes Feldlager in der Gegend von Babylon, worin der Anführer der Feinde Luzifer ist.
Die dritte: bitten um das, was ich begehre; und das ist hier - bitten um Erkenntnis der Betrügereien des bösen Anführers und um Hilfe, mich vor ihnen zu bewahren; sowie um Erkenntnis des wahren Lebens, das der höchste und wahre Befehlshaber zeigt, und um Gnade, Ihn nachzuahmen.

[Erster Teil]
Der erste Punkt ist: sich bildlich vorstellen, wie sich der Anführer aller Feinde in jenem weiten Feldlager von Babylon auf einem großmächtigen Thron aus Feuer und Rauch niederläßt, in einer schreckenerregenden und abscheulichen Gestalt.
Der zweite: erwägen, wie er ein Aufgebot von unzähligen Dämonen macht und wie er sie aussprengt, die einen in diese Stadt und die anderen in eine andere und so über die ganze Welt hin, ohne Provinzen, Orte, Stände noch irgendwelche Personen im einzelnen zu übergehen.
Die dritte: erwägen der Rede, die er an sie richtet, und wie er sie anspornt, Netze und Ketten auszuwerfen; und zwar sollen sie zuerst durch die Begierde nach Reichtum in Versuchung führen, so wie er es bei den meisten zu tun pflegt, damit sie je leichter zu eitler Ehre der Welt und danach zu einem ausgewachsenen Hochmut gelangen. Auf diese Weise ist die erste Stufe Reichtum, die zweite Ehre, die dritte Hochmut, und über diese drei Stufen verführt er zu allen anderen Lastern.

[Zweiter Teil]
Der erste Punkt ist: erwägen, wie Christus unser Herr Sich in einem großen Feldlager in jener Gegend von Jerusalem an einem bescheidenen Platz begibt, schön und liebenswürdig.
Der zweite: erwägen, wie der Herr der ganzen Welt so viele Personen, Apostel, Jünger usw. erwählt und sie über die ganze Welt aussendet, damit sie Seine heilige Lehre über alle Stände und Lebenslagen der Personen ausbreiten.
Der dritte: erwägen der Ansprache, die Christus unser Herr an alle seine Diener und Freunde hält, die er zu solchem Tgewerk aussendet; wie er ihnen empfiehlt, sie möchten allen zu helfen versuchen, indem sie diese zuerst zur größten geistlichen Armut hinbewegen und, wenn Seine göttliche Majestät sich ihrer bedienen und sie erwählen wollte, nicht minder zur aktuellen Armut; zweitens zum Verlangen, geschmäht und verachtet zu werden, denn aus diesen beiden Dingen ergibt sich die Demut; auf diese Weise entstehen drei Stufen: die erste, Armut gegen Reichtum; die zweite, Schmähung und Verachtung gegen die weltliche Ehre; die dritte, Demut gegen Hochmut; und über diese drei Stufen sollen sie zu allen anderen Tugenden hinführen.

(...) wie immer bilden die drei Zwiegespräche mit Unserer Herrin, dem Sohn und dem Vater [den Abschluß].

Geistliche Übungen: Zweite Woche, Vierter Tag. Zitiert aus: Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen. Übertragen von Adolf Haas. Freiburg 1991/1999.

Forschungsethik oder: Wie rechne ich mir Integration schön

FAZ-online brachte gestern, am 29.9., den Artikel "Modell, Versuch und Irrtum" von Hartmut Esser, in dem dieser sich dankenswerterweise zumindest ansatzweise kritisch mit einigen Grunddogmen der Integrationspolitik beschäftigt.
Hierbei geht es auch speziell um einen Studie "FörMig", die bestimmte Ansätze der Integration von ausländischen Kindern im Bildungsbereich quasi im Feldversuch testen wollte. Nun kritisiert Esser, Soziologie-Professor, zurecht, dass so ein Versuch natürlich wenig Aussagekraft hat, wenn es keine Vergleichsgruppe gibt, und die gab es bei FörMig nicht. Grund: Forschungsethik. Man hält es offenbar nicht für vertretbar, zwei Gruppen ausländischer Kinder zu vergleichen, weil man das Resultat fürchtet, dass die ganzen eingeübten Integrationsmaßnahmen wenig bis nichts bringen (um das zu bemerken braucht man eigentlich auch keine Studie, aber sei's drum). Dass gleichzeitig Embryonen aus anderen Ländern - also sich entwickelnde Menschen - importiert werden, um an ihnen herumzuexperimentieren, scheint hingegen nicht unter Forschungsethik zu fallen. Vielleicht könnte es aber helfen, wenn man darauf verweist, dass es ausländische Embryonen sind. Aber auch ohne Sarkasmus: Was ist es für eine (Forschungs-)Ethik, die schutzlose Embryonen freigibt und die offensichtlichen Integrationsprobleme hilflos zu verschleiern versucht?

Mittwoch, 29. Juli 2009

Armin Mohler: Medien und Vergangenheitsbewältigung - die Vierte Gewalt

Seit etwa zwei Jahrhunderten gibt es in Deutschland eine Bevölkerungsschicht, deren ausschließliche Tätigkeit die Erzeugung von Meinungen ist. Sie hat sich mit großer Anpassungskunst durch unterschiedliche Regime geschlängelt und in diesen Serpentinen konstant ihre Konsistenz verstärkt. Die Passage durch das Dritte Reich hat sie keineswegs geschwächt: der größere Teil der vor 1945 tätigen "Kulturschaffenden" und Medienleuten hat nach der Niederlage, unter blitzschneller Häutung zu einem Block von Superdemokraten, seine Tätigkeit in den deutschen Teilstaaten fortgesetzt. In der Bundesrepublik erkannte diese Schicht sogleich ihre besondere Chance. Die geschilderte Entwicklung schuf für die Meinungsmacher eine Treppe zur Macht, wie sie ihnen bis dahin noch in keinem Regime angeboten worden war. Sie haben die Chance genutzt (...).
Diese Meinungsmacher haben inzwischen - gegen die Kirchen, gegen die Universität - das Monopol der Interpretation und Auslegung der offiziellen Allgemeinheiten an sich gerissen. Diejenigen Geistlichen und Professoren, die da mithalten wollen, schafften das nur durch Übernahme des Jargons und der Affekte der Meinungsmacher - womit sie nicht nur ihre Herkunft verrieten, sondern schlimmer, zur Unterordnung der bisherigen drei Gewalten unter eine neue, Vierte Gewalt beitrugen.
Aufschlußreich ist das wichtigste, weil erfolgreichste Instrument, daß diese Vierte Gewalt zur Festigung ihrer Herrschaft einsetzt: es ist die Psychologie, die während ihrer Blütezeit als "praktische Wissenschaft" im Dritten Reich zu einem Werkzeug der Gesellschaftsmanipulation ausgebildet worden war. Mit Hilfe dieses Werkzeuges hegt und pflegt man in allen anderen Schichten der Gesellschaft permanent ein schlechtes Gewissen und hat sie so "sicher im Griff". (...) Die Vierte Gewalt tritt auf als die einzige Kraft, welche den "nächsten Hitler" und das "nächste Auschwitz" zu verhindern vermag. Deshalb wird es diesen "neuen Klerus", den Helmut Schelsky so drastisch geschildert hat, solange geben, solange es eine Vergangenheitsbewältigung (VB) gibt.
Die Schicht der Meinungsmacher und, nicht unwichtig, der Meinungswahrer, ist derjenige Teil der bundesrepublikanischen Bevölkerung, der sich am stärksten und entschiedensten mit der Vergangenheitsbewältigung identifiziert. Sie ist eine relativ kleine Minderheit, die sich jedoch, in der Funktion der Pilotfischchen, geschickt in größere Gruppen von VB-Nutznießern eingebettet hat ... Da das Gemisch von Demut und Genuß, von Buße und Belohnung mit seinem makabren Duft alles im Umkreis der VB prägt, fühlt man sich zu einem Rückgriff auf einen Visionär, Veblen, verlockt. Dieser von skandinavischen Einwanderern abstammende Amerikaner wies um die Jahrhundertwende als erster auf die breit zerfließende "Leisure Class" (Müßiggänger-Klasse) hin, die in der modernen Gesellschaft eine stetig wachsende Bedeutung gewinnt. ...

aus: Armin Mohler. Der Nasenring. 1989

Donnerstag, 23. Juli 2009

Anmerkungen zu "Rückkehr der Nation" von Michael Paulwitz in der JF (10.7.2009)

"Rückkehr der Nation. Totgesagte leben länger: Der Nationalstaat ist unverzichtbar und hat Zukunft". So frohlockt die JF in ihrem Leitartikel von Michael Paulwitz am 10.7.2009. Anlaß des Artikels ist vor allem das Urteil des Bundesverfassugnsgerichts zum Lissabonvertrag. Es geht jetzt nicht darum, die Freude am Nationalstaat irgendwie bekritteln zu wollen. Was aber vom fraglichen Artikel bei mir hängen blieb, waren einige eigenartige Aussagen von Paulwitz über den Zusammenhang von Demokratie und Nationalstaat. Keine Frage, Paulwitz hat recht, wenn er festhält, das "'demokratisch' als beliebig verwendbare, positiv gemeinte Allerwelts- und Wohlfühlformel zu gebrauchen" üblich geworden ist. Umso erstaunlicher, dass er es dann selbst tut.
So führt er etwa an, dass der Nationalstaat unverzichtbar sei und er der Bezugsrahmen sei, "in dem Demokratie allein praktisch gelebt und verwirklicht werden kann." weiter: "Ohne Nation und Nationalstaat aber ist Demokratie nicht möglich". Warum? Antwort: "Eine demokratische Weltregierung ist nicht denkbar, nicht einmal eine demokratische EU-Regierung, beiden fehlte das Staatsvolk, das sie durch seinen souveränen Willen legitimieren könnte". Ich kann dieses Postulat nicht nachvollziehen. Die EU ist sicher kein demokratisches Musterbeispiel, aber es wäre sicher denkbar sie tatsächlich demokratisch zu strukturieren. Was würde sie dann von einer Demorkatie utnerscheiden? - Nichts.
Mehr als eigenwillig auch die Bemerkung, dass "die flexibelste, dauerhafteste, und der westlich-europäischen Tradition angemessenste Verfassung .. die demokratisch-republikanische [ist]...." Flexibel wie die Parteienlandschaft der BRD und dauerhaft wie die Weimarer Republik? Vermutlich kennt die Weltgeschichte kaum nicht-demokratische Staatsformen, die kurzlebiger waren.
Letztlich wäre noch darauf zu verweisen, dass Paulwitz von einem sehr idealisierten Demokratiebegriff ausgeht, aber das nur am Rande, denn schon der birgt genug Probleme in sich.
Nationalstaat gerne, wenn's denn sein soll, auch mit Demokratie - aber nicht wegen ihr!

Montag, 20. Juli 2009

20.Juli 1944

„Ihr trugt die Schande nicht, Ihr wehrtet Euch, Ihr gabt das große ewig wache Zeichen der Umkehr, opfernd Euer heißes Leben für Freiheit, Recht und Ehre“


Inschrift auf dem Ehrenmal von 1952 im Innenhof des Bendlerblocks.

Samstag, 18. Juli 2009

Edgar J. Jung: Konservative Revolution (II) - religiöse Grundhaltung als Voraussetzung von Herrschaft

Die Grundhaltung des neuen Menschen, der diese Ordnung [d.i. die von der konservativen Revolution erstrebte] begründet, die dadurch die Persönlichkeit und ihr Eigenstes erst wieder herstellt, daß sie diese in demütige Beziehung zum Ganzen setzt, mikrokosmischen Wert und makrokosmischen Vorrang verschmelzend, ist eine religiöse. Weder ins Religionsphilosophische, noch gar ins Theologische will diese Betrachtung vorstoßen. Sie soll lediglich aussprechen, daß der demütige Mensch, der grade deshalb Herr sein kann, weil er sich als Werkzeug Gottes fühlt, Träger der kommenden Neugestaltung sein wird. An dem Grade der inneren Demut, der proportional ist dem ungebrochenen Stolze gegenüber den Massenströmungen der Zeit, bemesse ich die Eignung eines Menschen, Wegbereiter einer deutschen Revolution zu sein. Die große Scheidung, die anhebt, geht nicht um moralische Wertungen, um soziale Einstellung, um nationale Gesinnung. Sie geht darum, wer ein wahrer Herr ist, weil er Diener sein kann. Sie geht um die Frage, inwieweit der Einzelne - unabhängig von äußerlich einwirkenden Gesetzen - sich selber Gesetze setzt. Der grauenhafte sittliche Verfall unserer Zeit ist ja zunächst gar nicht auf der Ebene der Kirchengläubigkeit, des Gehorsams unter die Staatsgesetze oder irgendeines oberflächlichen Ehrenkodexes zu erklären. Das Chaos rührt vielmehr daher, daß keine "Kaste" vorhanden ist, welche sich selbst unerbittlich Gesetze gibt, die auch unerbittlich ausgeübt werden. Dies ist die eine Seite. Die andere heißt: gleiches Maß für alle. Wer wundert sich unter der Herrschaft diesen gleichen Maßes, daß am Ende die "Ehrauffassung" des Pöbels die der Oberschicht vernichtet? Was kann ein Ehrenwort noch wert sein, in einer Zeit, in welcher eine Straßendirne Ehrenwörter erteilt? Wer wundert sich über Enttäuschungen bei vermeintlichen Freunden in einer Zeit, in der auch schlechtestes Blut ohne weiteres in soziale Schichten sich drängt, die mit der Begriffswelt jener unberechtigten Emporkömmlinge einfach unvereinbar sind? Wer steht der allgemeinen Ehrlosigkeit erstaunt gegenüber, da es keine Schicht mehr gibt, die ihre Reihen mit eiserner Strenge rein hält? Und wo schließlich bleibt jenes tätige Vorbild, ohne das sich in breiten Volkskreisen kein Ethos des Umgangs zu bilden vermag, wie es die englische Gesellschaft auch dem einfachsten Manne prägend übermittelte.
Demut vor dem höheren, freiwillig übernommene Verantwortung, dafür Anspruch auf Herrschaft, das ist der Ausdruck jener religiösen Grundhaltung, die nur der Mensch guter Rasse aufzubringen vermag. Aus dieser Haltung, dieser neuen Gläubigkeit wird auch eine zwingende religiöse Formenwelt erwachsen. Wenn oben gesagt wurde, die deutsche konservative Revolution sei in allem das Gegenteil der französischen, so begreift diese Meinung auch die Hoffnung in sich, daß die konservative Revolution Gott einen neuen Altar errichten werde, wie ihn die französische der Vernunft errichtet hat.

Quelle: siehe Teil I.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Pater Herman Felhoelter - Militärkaplan und Bild des guten Hirten

Herman Felhoelter war ein amerikanischer Militärgeistlicher, der in außergewöhnlicher Tapferkeit und gläubigem Pflichtbewußtsein den ihn Anvertrauten bis ans Ende Beistand und dafür den sicheren Tod auf sich nahm.

Herman Felhoelter wurde am 17.7.1913 in Louisville (Kentucky) geboren. Er trat zu einem mir nicht bekannten Datum in den Orden der kleinen Brüder des Hl.Franziskus (OFM) ein und wurde 1939 zum Priester geweiht. Nachdem er schon im 2.Weltkrieg Militärgeistlicher gewesen war, wurde er im Koreakrieg wieder zur Armee berufen.

Am 16.Juli 1950, heute vor 59 Jahren und einen Tag vor seinem Geburtstag, sollte sich Herman Felthoehlters Schicksal erfüllen. Felthoelters Einheit, das 19.Infanterieregiment der US-Army, wurde auf norkoreanischem Territorium in der Nähe der Stadt Taejon zu Beginn einer der ersten großen Schlachten des Koreakrieges in schwere Kämpfe verwickelt. Die Nordkoreaner führten einen Angriff nach dem anderen gegen das Regiment und es gab viele Verwundete. Schließlich versuchte einen Gruppe von etwa 100 Mann, zu denen Felthoelter gehörte, einen Hügel in der Nähe des Flußes Kum zu erklimmen. Allerdings führte die Gruppe 30 Verwundete mit sich und beim Aufstieg wurde klar, dass eine Flucht der Einheit auf den Hügel nur gelingen konnte, wenn die Verwundeten zurückgelassen wurden.
Pater Felhoelter beschloß bei den Verwundeten zu bleiben und ihnen beizustehen, da es nur eine Frage der Zeit war, bis die nordkoreanischen Soldaten bei der Verfolgung der Einheit auf die zurückgelassenen Verwundeten stoßen würden. Den Sanitätsoffizier drängte Felthoelter mit der Gruppe der Kampffähigen den Aufstieg zu wagen. Man würdigt diesen Akt erst wirklich, wenn man sich bewußt macht, in welcher Situation dieser einfache Mann sein Opfer ohne Streben nach Anerkennung oder Ehre brachte - dem ohrenbetäubendem Lärm und wildem Chaos eines Krieges, dessen unbeschreibliches Blutvergießen zugleich schreckliche Angst und völlige Erschöpfung hervorruft.
Als kurz nach der Trennung der Einheit ein Sergeant der Gruppe, die den Aufstieg gewagt hatte, mit dem Fernglas zu den Verwundeten hinunterschaute, sah er mit an, wie die Gruppe der Verwundeten von den Nordkoreanern überrannt und niedergemetzelt wurde, so auch der für die ihm Anvertrauten betende Pater Felthoelter. Er erlitt in treuer Erfüllung seiner Pflicht einen Tag vor seinem 37.Geburtstag das Martyrium.

Vier Tage vor seinem Tod schrieb er an seine Mutter diese prophetisch anmutenden Zeilen: "Don't worry, Mother. God's will be done. I feel so good to know the power of your prayers accompanying me…I am happy in the thought that I can help some souls who need help…"

Pater Felthoelter wurde posthum mit dem Distinguished Service Cross geehrt und auf dem St.-Michael-Friedhof seiner Heimatstadt beigesetzt. Für den Staat Kentucky und die katholische Kirche wurde er zum Nationalhelden.

Der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe (Joh 10,11).

Quellen:

Wikipedia-Artikel: Herman Felthoeler; Louisville
www.waymarking.com: Father Herman Felhoelter & Sacrifice In Korea ~ Louisville, Kentucky
www.lifeway.com: A Memorial Day Salute to Military Chaplains

Montag, 13. Juli 2009

Hl. Kaiser Heinrich II.

Zum König gekrönt, gab sich der heilige Heinrich als Diener Gottes nicht zufrieden mit den Sorgen für das zeitliche Königtum. Um die Krone der Unsterblichkeit zu erlangen, entschloß er sich, Kriegsdient zu leisten für den höchsten König, dem zu dienen herrschen bedeutet. ... Er gründet in seinem Besitztum das Bistum Bamberg und weihte es den Apostelfürsten Petrus und Paulus und dem heiligen Märtyrer Georg. ...
Damit aber deutlich wird, mit welcher Umsicht dieser heilige Herrscher auch für die kommenden Zeiten auf Frieden und Ruhe für seine neue Kirche bedacht war, fügen wir hier einen Bestätigungsbrief ein:
Heinrich, König durch das Erbarmen der göttlichen Vorsehung, an alle Söhne der Kirche, künftige wie gegenwärtige. Durch heilbringende Weisung der Heiligen Schrift werden wir gelehrt und gemahnt, die zeitlichen Güter zu lassen und irdische Bequemlichkeit zurückzustellen, um die Wohnungen im Himmel zu erstreben, die ewig dauern. Der Besitz irdischer Herrlichkeit ist flüchtig und wertlos, wenn wir in ihr nicht etwas von der Ewigkeit des Himmels sehen. In seinem Erbarmen hat Gott dem Menschengeschlecht ein nützliches Heilmittel bereitgestellt, als er den irdischen Besitz zum Kaufpreis für den Erwerb des himmlischen Vaterlandes machte. Dieses Erbarmen Gottes sind Wir eingedenk und wissen sehr wohl, daß Wir ohne Unser Verdienst durch göttliche Huld zur Würde des Königtums erhoben wurden. Darum hielten Wir es für richtig, nicht nur die von Unseren Vorgängern errichteten Kirchen zu fördern, sondern zur größeren Ehre Gottes auch neue zu erbauen und sie zu ehren durch Geschenke, die von Unserer Dankbarkeit und Frömmigkeit zeugen. Darum waren Unsere Ohren nicht taub für die Gebote des Herrn. Vielmehr hörten Wir hin und gehorchten den Anregungen Gottes. Die Uns von Gott freigiebig verliehenen Schätze möchten Wir im Himmel hinterlegen, wo keine Diebe einbrechen und sie stehlen, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören. Während Wir der Schätze gedenken, die Wir im Himmel gesammelt haben, möchte Unser Herz mehr und mehr dort in Sehnsucht und Liebe verweilen. ...

Aus einer alten Lebensbeschreibung Kaiser Heinrichs des Adalbert von Bamberg.

Das Projekt Gargano22


Donnerstag, 9. Juli 2009

"Katholisches Selbstgespräch" - Daniel Deckers (FAZ) und die Sozialenzyklika

Daniel Deckers, FAZ-Autor für katholische Angelegenheiten und nahezu Prototyp des in den 70ern festhängenden "Deutsch-Katholizismus" kritisiert in seinem Artikel auf faz.net, dass das neue Lehrschreiben Benedikt XVI. "Caritas in Veritate" nicht "den Dialog mit der zeitgenössischen politischen Philosophie von liberal bis kommunitaristisch" suche und keine "Brücke zu anderen Weltreligionen" schlage. So handle es sich um ein hermetische Enzyklika: "Soziallehre als katholisches Selbstgespräch – ein Trauerspiel". Der Forderung des Papstes, das moralische Verhalten des Einzelnen bis zur Weltgesellschaft an den Forderungen des Naturrechts auszurichten kann Deckers offenbar nichts abgewinnen - vermutlich weil er selbst dem Naturrecht nichts zutraut oder es nicht für 'mehrheitsfähig' hält.

Das Formulieren eines eigenen, sich von anderen Positionen grundsätzlich unterscheidenden Standpunktes, wird dem Papst also angelastet. Er müsste die katholische Position offenbar - Deckers folgend - sogleich im Dialog relativieren oder sich auf das nebeneinander verschiedener Ansätze beschränken. Das kann aber nicht Aufgabe eines päpstlichen Lehrschreibens sein. Der Papst formuliert hier den spezifisch katholischen Ansatz. Es ist ein Irrtum, der seit einigen Jahrzehnten herumgeistert, man könne durch eine Verweltlichung der Kirche und kirchlicher Lehren die Welt evangelisieren. Es ist vielmehr so, dass die authentische Lehre der Kirche der Welt gegenüber deutlich gemacht werden muss, so dass sie zustimmen oder sich abgrenzen kann. Wenn dies in "Caritas in veritate" geschieht - umso besser.

Dienstag, 7. Juli 2009

Armin Mohler: "Singularität" und deutscher Nationalmasochismus

Die Legende von der "Singularität", der Einzigartigkeit der deutschen Verbrechen, ist die heutige Erscheinungsform des Deutschenhasses. Diesen Haß gibt es in seiner modernen Form, seit das geeinte Deutsche Reich 1870/71 verspätet, aber mit Vehemenz in den Konkurrenzkampf der Großmächte um die Weltherrschaft eintrat. Von anderen kollektiven Feindbildern, etwa der Francophobie, dem Engländer- oder dem Russenhaß, unterscheidet den Deutschenhaß, daß er immer auch von einem erheblichen Teil der Deutschen selbst geteilt wird, und das nicht erst ab 1945. Die Deutschen haben einen Hang zum Selbsthaß, der sich in diesem Ausmaß sonst nur noch bei den Juden findet. Ohne diese deutsche Tradition des Nationalmasochismus, diesen Hang zur Selbstgeißelung, wäre die 'Vergangenheitsbewältigung' in ihrem heutigen Ausmaß gar nicht möglich gewesen. Sie wäre wegen Versuchs am falschen Objekt längst eingestellt, wenn die Deutschen sich gegen Tadel an ihrer Nation so dickfellig verhalten hätten, wie man das von den Engländern, den Franzosen oder den Türken gewohnt ist.

Aus: Der Nasenring. 1989.

Sonntag, 5. Juli 2009

Edgar J. Jung: Konservative Revolution (I) - Grundsätze

Konservative Revolution nennen wir die Widerinachtsetzung all jener elementaren Gesetze und Werte, ohne welche der Mensch den Zusammenhang mit der Natur und mit Gott verliert und keine wahre Ordnung aufbauen kann. An die Stelle der Gleichheit tritt die innere Wertigkeit, an Stelle der sozialen Gesinnung der gerechte Einbau in die gestufte Gesellschaft, an Stelle der machanischen Wahl das organische Führerwachstum, an Stelle bürokratischen Zwangs die innere Verantwortung echter Selbstverwaltung, an Stelle des Massenglücks das Recht der Volkspersönlichkeit.

Quelle: Edgar Julius Jung: Deutschland und die konservative Revolution. In: Deutsche über Deutschland. 1932