Freitag, 28. August 2009

St.Augustinus

Der Gedenktag des Hl.Augustinus ist ein guter Anlaß, mich wieder in meinem Blog zu melden, denn der Hl.Augustinus ist und bleibt ja doch mein ausgewiesener Lieblingsheiliger und ich ein denkerischer Augustinist der strengen Observanz!

Zu seinem Gedenktag einige Verse aus seinen Soliloquien:
Schon liebe ich nur Dich allein, folge Dir allein, suche Dich allein und bin bereit, Dir ganz allein zu dienen, weil Du allein das Recht zu herrschen hast; und unter Deinem Recht zu stehen, begehre ich. Befiehl, ich bitte, und gebiete, was du willst, doch heile vor mir mein Ohr und öffne es, damit ich Deine Stimme höre. Heile und öffne meine Augen, damit ich Deine Winke sehe. Vertriebe aus mir alle Unvernunft, auf daß ich Dich erkenne. Sag mir, worauf ich achten soll, damit ich Dich erblicke, und ich hoffe, daß ich alles, was Du mir gebietest, tun werde.

Samstag, 15. August 2009

Aufnahme Mariens in den Himmel - Gedanken von Joseph Ratzinger

(...) Wer mit dem Namen Gottes verherrlicht, gepriesen werden darf, lebt, so hatten wir gesagt. Wir hatten hinzugefügt: Bei Maria und nur bei ihr (soweit wir wissen) gilt dies auf eine endgültige, vorbehaltlose Weise, weil sie für die Kirche selber steht, für ihr endgültiges Gerettetsein, das nicht mehr bloß ausstehende Verheißung, sondern schon Tatsache ist. In diesem Bereich scheint mir Kol 3,3 von einiger Bedeutung: "Ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus in Gott verborgen", heißt es da. Das will sagen: Es gibt so etwas wie eine "Himmelfahrt" des Getauften, von der ganz explizit Eph 2,6 spricht: "Er hat euch mit auferweckt und euch in den Himmel zur Rechten Christi Jesu gesetzt." Taufe ist nach diesem Text Teilhabe nicht nur an der Auferstehung, sondern auch an der Himmelfahrt Jesu. Der Getaufte ist als Getaufter und soweit er dies ist, jetzt schon in die Himmelfahrt einbezogen und lebt sein verborgenes (sein eigentliches!) Leben dort, im erhöhten Herrn. Die Formel von der "Aufnahme" Marias mit Leib und Seele verliert von diesem Text her alles Spekulative und Willkürliche; sie ist in der Tut nur höchste Form von Kanonisierung: Es wird gesagt, daß in der, die den Herrn geboren hat "mit dem Herzen früher als dem Leibe nach" (Augustinus), von der also Glaube, das heißt der innere Gehalt der Taufe, gemäß Lk 1,45 uneingeschränkt behauptet werden kann, und in der so das ganze Wesen der Taufe verwirklicht ist, der Tod verschlungen ist in den Sieg Christi hinein, daß in ihr alles der Taufe (dem Glauben) noch Widerstehende durch den Tod des irdischen Lebens ohne Rückstand überwunden ist.

aus: Joseph Ratzinger: Die Tochter Zion. Betrachtungen über den Marienglauben der Kirche. Einsiedlen 1977.

Freitag, 14. August 2009

Sollen sich die CDU-Katholiken organisieren? - Von der Sinnlosigkeit politischen Engagements in unseren Tagen

Die Tagespost, katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur, bietet in ihrer Ausgabe vom vergangenen Samstag auf der Titelseite einen Artikel, in dem der Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld für einen "Katholischen Arbeitskreis" in der CDU wirbt. Dieser stände dann neben dem Evangelischen Arbeitskreis, der seit frühen Jahren in der Union existiert. Zunächst hat dieser Gedanke ja durchaus seinen Charme: Man denkt an eine Stärkung der katholischen Kräfte in der CDU und vor allem an die entschiedene Gegenwehr von Frau Merkel, die ja selbst Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises war. Sie ist der Meinung, dass die Existenz des Evangelischen Arbeitskreises sich (offenbar ausschließlich) aus der - katholisch dominierten - Geschichte der Parteigründung herleitet. Weitergedacht beduetet das eigentlich, dass der Evangelische Arbeitskreis anachronistisch ist und somit keine Existenzberechtigung mehr besitzt. Sagt Frau Merkel nicht, ergibt sich aber aus ihren Wortspenden. Frau Merkel scheint eher so eine säkulare "Christlichkeit" a la Habermas vorzuschweben, die bemüht ist, ihre Kernpunkte in einem relativistischen Diskurs als "Impuls" zu verschleudern, "Sinnangebote" macht und willfährig der (CDU-)Politik dient. Bewusste Konfessionalität kann da keinen Platz haben und Wahlen gewinnt man damit auch nicht (ohne aber scheinbar auch nicht...).
Davon abgesehen gibt es aber generelle Einwände, die das Engagement für einen solchen Arbeitskreis zweifelhaft erscheinen lassen:
  • Wie kann ein solcher Arbeitskreis in der heutigen Union Einfluß gewinnen, ohne die Pointe des eigenen Bestehens - den römischen Katholizismus - zu verraten?
  • Wer bewahrt einen Katholischen Arbeitskreis in der CDU davor, dass er leichte Beute der ZdK-Katholiken würde? Diese sind in der CDU ja ganz umfangreich vertreten.
  • Müsste ein solcher Arbeitskreis sich nicht in den wichtigen Fragen stets der Parteiräson unterordnen, besonders im Vorfeld von Wahlen und ist dadurch von vornherein ein zahnloser Tiger, ähnlich wie die CDL, zu der ich selbst - parteilos - gehöre?
Politisches Engagement in den Groß- und Kleinparteien aus christlicher (übrigens auch: rechtskonservativer) Perspektive ist zur Zeit vergebene Mühe. Auch die Kleinparteien werden weiterhin keinen Einfluß gewinnen, weil das an Konstanten krankt, die sie als Parteien nicht ändern können. Hier aber gilt es anzusetzen.

Samstag, 8. August 2009

Brodkorbs Scharniere oder: Nicht nur Katholiken haben eine geschlossene Weltsicht

Matthias Brodkorb, SPD-Landtagsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern und engagiert im "Kampf gegen Rechts" (dabei aber nicht ganz so abgedreht wie die meisten dieser Spezies), machte in den letzten Tagen und Wochen auf seiner Seite "Endstation rechts" auf ein "Skandälchen" aufmerksam. Ein (junger) Autor aus dem Umfeld IfS / Sezession/ Blaue Narzisse hat einen Artikel über Erik von Kuehnelt-Leddihn verfasst, der in der Deutschen Stimme, der Parteizeitschrift der NPD publiziert wurde.
Wer länger in diesem Blog hier dabei ist, kennt Erik von Kuehnelt-Leddihn und weiß, dass seine Inhalte und Grundanschauungen mit denen der NPD niemals zu vereinen sind, gleichwohl auch Kuehnelt ein Rechter war. Der fragliche Artikel nun gibt Kuehnelts Denken durchaus adäquat wieder, wenn auch dessen Enkel dies mit fragwürdigen (oder eher: ohne) bestreitet. Brodkorbs Problem ist dann auch vielmehr der Ort des Artikels, die "Deutsche Stimme", als sein Inhalt. Man kann sich mit Fug und Recht fragen, ob die NPD-Leserschaft fruchtbaren Boden für den katholisch, monarchistisch eingestellten Kuehnelt abgibt, aber sachlich ist weder Kuehnelt, noch dem Autor des Artikels auch nur Nähe zum Nationalsozialismus zu unterstellen - was dann auch niemand tut. Brodkorb sieht nun aber wieder einmal die "Scharnier-Funktion" der Neuen Rechten zwischen bürgerlichem Konservatismus und extremer Rechten belegt. Das ist nun zum einen sowieso ähnlich sinnvoll, wie der SPD Scharnierfunktion zu linksextremen Kreisen vorzuwerfen, oder den Zentralrat der Muslime in Deutschland als Scharnier zur Al Kaida zu sehen. Was offenbar keinen Eingang in Brodkorbs Gedanken findet ist, dass hier schlicht ein Artikel in einer Zeitung erschienen ist, ohne dass sich Artikel/Artikelverfasser und Zeitung miteinander identifizieren. Man redet eben miteinander - herrschaftsfreier Diskurs und so. Mit Scharnier hat das nichts zu tun.

Donnerstag, 6. August 2009

Verklärung des Herrn



Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgend jemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen. (Mk 9)

Jedenfalls für die Westkirche ist das Fest "Verklärung des Herrn"icher kein zentrales Fixpunkt im liturgischen Jahreskreis. Es wurde auch vergleichsweise spät eingeführt - im Jahre 1457 ordnete es Papst Callistus III. zum Dank für den Sieg über die Türken vor Belgrad an.
Dennoch ist es mir besonders wichtig. Denn es zeigt uns das Ziel unserer Pilgerfahrt, die Verklärung. Es ist auch deutlich, dass wir diese Verklärung nicht aus eigener Kraft erreichen können, sie ist etwas Himmlisches. Genau dieses Himmlische leuchtet in der Verklärung auf und dieses Himmlische ist es auch, was uns in den Sakramenten aufleuchtet. Das Fest hilft uns, nicht nur unsere Sünden, Schwächen und Verirrungen zu sehen, sondern den Kompass auf das Wesentliche auszurichten, die Verwandlung und Verklärung, die von oben her kommt und die wir nur geschehen lassen können. Im Grunde ist "Verklärung des Herrn" eine Art Urbild dessen, was ein Sakrament ist - ein Vorgeschmack auf die kommende Herrlichkeit, auf die wir zugehen, die wir aber nur erreichen können, weil sie auf uns zu kommt.