Zum Festtag der heiligen Rita von Cascia
vor 1 Stunde
ultramontan - reaktionär
Der Gedenktag des Hl.Augustinus ist ein guter Anlaß, mich wieder in meinem Blog zu melden, denn der Hl.Augustinus ist und bleibt ja doch mein ausgewiesener Lieblingsheiliger und ich ein denkerischer Augustinist der strengen Observanz!
(...) Wer mit dem Namen Gottes verherrlicht, gepriesen werden darf, lebt, so hatten wir gesagt. Wir hatten hinzugefügt: Bei Maria und nur bei ihr (soweit wir wissen) gilt dies auf eine endgültige, vorbehaltlose Weise, weil sie für die Kirche selber steht, für ihr endgültiges Gerettetsein, das nicht mehr bloß ausstehende Verheißung, sondern schon Tatsache ist. In diesem Bereich scheint mir Kol 3,3 von einiger Bedeutung: "Ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus in Gott verborgen", heißt es da. Das will sagen: Es gibt so etwas wie eine "Himmelfahrt" des Getauften, von der ganz explizit Eph 2,6 spricht: "Er hat euch mit auferweckt und euch in den Himmel zur Rechten Christi Jesu gesetzt." Taufe ist nach diesem Text Teilhabe nicht nur an der Auferstehung, sondern auch an der Himmelfahrt Jesu. Der Getaufte ist als Getaufter und soweit er dies ist, jetzt schon in die Himmelfahrt einbezogen und lebt sein verborgenes (sein eigentliches!) Leben dort, im erhöhten Herrn. Die Formel von der "Aufnahme" Marias mit Leib und Seele verliert von diesem Text her alles Spekulative und Willkürliche; sie ist in der Tut nur höchste Form von Kanonisierung: Es wird gesagt, daß in der, die den Herrn geboren hat "mit dem Herzen früher als dem Leibe nach" (Augustinus), von der also Glaube, das heißt der innere Gehalt der Taufe, gemäß Lk 1,45 uneingeschränkt behauptet werden kann, und in der so das ganze Wesen der Taufe verwirklicht ist, der Tod verschlungen ist in den Sieg Christi hinein, daß in ihr alles der Taufe (dem Glauben) noch Widerstehende durch den Tod des irdischen Lebens ohne Rückstand überwunden ist.
Die Tagespost, katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur, bietet in ihrer Ausgabe vom vergangenen Samstag auf der Titelseite einen Artikel, in dem der Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld für einen "Katholischen Arbeitskreis" in der CDU wirbt. Dieser stände dann neben dem Evangelischen Arbeitskreis, der seit frühen Jahren in der Union existiert. Zunächst hat dieser Gedanke ja durchaus seinen Charme: Man denkt an eine Stärkung der katholischen Kräfte in der CDU und vor allem an die entschiedene Gegenwehr von Frau Merkel, die ja selbst Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises war. Sie ist der Meinung, dass die Existenz des Evangelischen Arbeitskreises sich (offenbar ausschließlich) aus der - katholisch dominierten - Geschichte der Parteigründung herleitet. Weitergedacht beduetet das eigentlich, dass der Evangelische Arbeitskreis anachronistisch ist und somit keine Existenzberechtigung mehr besitzt. Sagt Frau Merkel nicht, ergibt sich aber aus ihren Wortspenden. Frau Merkel scheint eher so eine säkulare "Christlichkeit" a la Habermas vorzuschweben, die bemüht ist, ihre Kernpunkte in einem relativistischen Diskurs als "Impuls" zu verschleudern, "Sinnangebote" macht und willfährig der (CDU-)Politik dient. Bewusste Konfessionalität kann da keinen Platz haben und Wahlen gewinnt man damit auch nicht (ohne aber scheinbar auch nicht...).
Das Unzeitgemäße und Inaktuelle gewinnt seine Bedeutung nicht einfach in Opposition zum Aktuellen oder gar als dessen Negation, wohl aber aus entschiedener Andersheit im Verhältnis zum Aktuellen.