Samstag, 31. Oktober 2009

Zum Reformationstag: Cyprian von Karthago über die Einheit der Kirche

Der Herr spricht zu Petrus die Worte: "Ich sage dir: Du bist Petrus [der Fels], und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Höllen werden sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben: Was du auf Erden binden wirst, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 16,18f). Auf einen baut er die Kirche, obwohl er allen Aposteln nach seiner Auferstehung gleiche gewalt erteilt (...), so hat er denoch um die Einheit deutlich hervorzuheben, durch sein Machtwort es so gefügt, daß der Ursprung sich von einem herleitet (...); der Anfang geht von der Einheit aus, damit die Kirche Christi als eine erwiesen werde. (...) Wer an dieser Einheit nicht festhält, meint er am Glauben festzuhalten? Wer der Kirche widerstrebt und sich ihr widersetzt, ist der noch überzeugt, innerhalb der Kirche zu stehen? (...)
Diese Einheit müssen wir unerschütterlich festhalten und verteidigen, vor allem wir Bischöfe, die wir in der Kirche den Vorsitz haben, damit wir auch das Bischofsamt selbst als ein einziges und ungeteiltes erweisen. Niemand täusche die Gemeinde der Brüder durch eine Lüge, niemand fälsche die Wahrheit des treuen Glaubens durch treulose Entstellung. Das Bischofsamt ist nur eines ... Auch die Kirche ist nur eine, die sich zur Vielheit nur durch ihr üppiges Wachstum immer weiter ausbreitet, so wie die Sonne viele Strahlen hat, aber nur ein Licht, und wie der Baum viele Zweige besitzt, aber nur einen auf fester Wurzel gegründeten Stamm... Ebenso sendet die vom Licht des Herrn durchströmte Kirche über den ganzen Erdkreis ihre Strahlen aus; dennoch ist es nur ein Licht, das überallhin flutet, ohne daß die Einheit ihres Körpers getrennt wird. Ihre Zweige steckt sie in reicher Fülle aus über die ganze Erde hin ... und dennoch gibt es ... nur einen Ursprung, nur eine Mutter, die mit glücklicher Fruchtbarkeit gesegnet ist: aus ihrem Schoß werden wir geboren, mit ihrer Milch genährt, von ihrem Geist beseelt.

Bischof Cyprian von Karthago (*ca. 200 + 258) : Über die Einheit der katholischen Kirche

Freitag, 30. Oktober 2009

Ablass zu Allerseelen

Erinnert werden soll an die gute Übung, an Allerseelen und in der folgenden Woche Ablässe für die Verstorbenen zu erwirken. Die Gnade des Ablasses kommt dem Verstorbenen zu Gute, der sich noch im Reinigungszustand befindet. Man kann natürlich auch Ablässe für sich selbst erlangen. Wer einen Ablass (als vollkommenen Ablass) aus dem Gnadenschatz der Kirche erwirken möchte muss:

1. Beichten
2. Die Hl.Kommunion empfangen
3. Besuch einer Kirche oder Kapelle mit Gebet: Glaubensbekenntnis, Vater Unser, Gebet in der Meinung des Hl.Vaters

Man kann die einzelnen Elemente einige Tage vorziehen oder einige Tage später nachholen.
Zum generellen Thema "Ablass" empfehle ich diese Abhandlung.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

"Glauben sie an den Glauben?"

"Glauben sie an den Glauben?" - so empfängt einen die Seite www.katholisch-werden.de. Sie zeigt uns - sozusagen "verdichtet" um mich einer Modevokabel zu bedienen - wie der bundesrepublikanische Staatskatholizismus cum granu salis auftritt: Langweilig, trocken, bürokratisch, inhaltlsleer. Schon der zitierte Empfangssatz zeigt es an - niemand weiß, was er bedeutet und die Diffusität, die er versprüht, ist wohl beabsichtigt und irgendwie ja auch ein Zeichen der kirchlichen und theologischen Lage in Westeuropa.
Neben der Frage nach dem Glauben empfängt den Besucher der Seite auch ein Hintergrundbild: Eine stille Wasseroberfläche mit vier Holzstäben, die von geometrischen Formen gekrönt werden. Irgendwo am Horizont kann man ein Ufer oder eine Küste erahnen - mit etwas gutem Willen mag man an einen Hafen denken, aber darauf wird die übergroße Mehrheit der Besucher der Seite nicht kommen. Jede erkennbare christliche Symbolik fehlt. Dafür Holzstäbe im Wasser. Erinnert mich ein wenig an einen von Mitvierzigerinnen gestalteten Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen oder ähnliches...
Man bemerke auch, dass die Seite in keiner Weise werbend für den Katholizismus auftritt. Das scheint verpönt. Nichts gegen ein gewisses Understatement - aber wenn weder inhaltlich, noch durch einladende Formen geworben wird, frage ich mich doch, ob eine Seite mit dem Titel "katholisch-werden" nicht einen wesentlich Teil ihres Auftrags verpasst.
Es gibt dann drei Unteroptionen, kurz gesagt: Wiedereintritt, Taufe, Konversion. Sehr interessant scheinen mir die "Anlässe" zu sein, mit denen man auf "katholisch-werden" rechnet: "Taufpate", "Hochzeit", "Beerdigung". Davon, dass jemand katholisch werden will um katholisch zu sein, weil er das für richtig und wahr hält, ist nirgends die Rede. Vielmehr scheint man nur katholisch zu werden, weil man ein anderes Ziel verfolgt. - Aber Vorsicht: Es gibt ja auch noch die Spalte "Motive" und dort findet sich tatsächlich auch der "Glaube an Gott". Aber auch dort ist alles so allgemein gehalten, dass man auch Hindu werden könnte und dass die Mehrheit der Weltbevölkerung an eine "jenseitige Wirklichkeit" glaubt, reißt nun wirklich niemanden vom Hocker...

Keine Werbung für den Glauben, schon gar nicht für die Kirche - maximal eine Hilfe zum bürokratischen (Wieder-)Eintritt in die Volkskirche, damit die Statistik stimmt. Weitgehend farb- und lieblos. Bleibt zu hoffen, dass man über die dort angebotenen Links schnell etwas Ansprechenderes finden kann.

Ein gelungenes Gegenbeispiel ist http://www.catholicscomehome.org aus Übersee. Wer die beiden Seiten vergleicht, versteht sofort, was ich meine...

Vgl. zu diesem Thema auch: http://elsalaska.twoday.net/stories/6017806/

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Einige Hinweise zur derzeitigen Lektüre

Es herrscht süddeutsches Flusstal-Wetter. Der einzige Wechsel, den es regelmäßig gibt, ist der zwischen Nebel und Hochnebel. Das animiert dazu, mal wieder mehr zum lesen.

Zur Zeit lese ich "Hitler" von Joachim Fest (1973). Sehr gut lesbar und interessant. Ich mag Biographien, weil man aus ihnen eine Menge an Informationen erhält, aber durch die Entwicklung einer konkreten Person auch die Aufmerksamkeit stärker bei der Sache bleibt. Jedenfalls ist das bei mir so.

Neuerdings auf dem Schreibtisch liegt auch "Die Herrschaft der Minderwertigen. Ihr Zerfall und ihre Ablösung durch ein neues Reich." von Edgar Julius Jung (1930). Der Titel lässt den christlich Sozialiserten wohl erstmal eine Augenbraue hochziehen, aber die ersten Seiten lassen sich ausgesprochen interessant an. Jung scheint hier eine Grundlegung seiner staatspolitischen Auffassungen zu geben. Und dass es (leider) eine Herrschaft der Quantität über die Qualität geben kann, könnte uns heute wohl so bewusst sein, wie wenigen Generationen vor uns.

Vor einigen Tagen habe ich die Marburger Rede Franz von Papens gelesen, die ja auch der schon erwähnte Edgar J. Jung maßgeblich verfasst hat. Ich wollte eigentlich auch einen Auszug aus ihr hier im Blog bringen, habe es aber doch gelassen, weil die einzelnen Passagen zu wenig griffig waren und man wohl die ganze Rede lesen muss, um einen angemessenen Eindruck zu bekommen. Man sollte sich von den ständigen Ergebenheitsadressen Papens an Hitler nicht zu sehr irritieren lassen. Jung, als einen Vordenker der wirklichen Konservativen, hat die Rede dennoch den Kopf gekostet. (Die Rede findet sich in: Forschbach, Edmund: Edgar J. Jung. Ein konservativer Revolutionär, 30.Juni 1934)

Montag, 26. Oktober 2009

Edgar J.Jung: Der Brückenkopf

Edgar J. Jung im Vorwort zur zweiten Auflage seiner Schrift "Die Herrschaft der Minderwertigen":
"Dieser Mann steht auf verlorenem Posten!" Solchen Urteilsspruch fällte bald nach dem Erscheinen der Erstausgabe dieses Buches eine Pressestimme der politischen Mitte über den Verfasser. Kein Wunder, daß der "Fortschritt" kein Fortschreiten mehr kennen will. Seine Sendung hat sich erfüllt, und er sonnt sich im Glanze erreichter Herrlichkeit. Wer das gegenwärtige Leben in Schönheit und Würde nicht vollkommen findet, fällt der Verfemung anheim. Wer gegen den Strom schwimmt, gilt als Narr. Und doch erreichte er das neue Ufer, zu dem "ein neuer Tag lockt". Der verlorene Posten wird zum Brückenkopf, der das Überschreiten siegreicher Heere eines neuen Geistes ermöglicht. Mag die ersehnte Brücke heute noch nicht geschlagen sein, der Brückenkopf ist gebildet und so befestigt, dß auf dem "verlorenen Posten" eine unüberwindbare Truppe auszuharren vermag, gewillt, ihn zu halten und zur Position des Sieges auszugestalten. Nichts Ehrenderes konnte uns Jungen deshalb widerfahren als die Anerkennung, daß wir dem Zeitgeiste widerstrebten und eine eigene, neue Stellung bezogen hätten."

Samstag, 17. Oktober 2009

Hl. Margareta Maria Alacoque: Das göttliche Herz

Am 16.Oktober beging die Kirche den Gedenktag der Hl.Margareta Maria Alacoque. Maragreta lebte von 1647-1690 und gehörte den französischen Heimsuchungsschwestern an. 1673 offenbarte ihr Jesus die Geheimnisse seines Herzens und begründet so das Aufleben und die große Verbreitung der vorher kaum üblichen Herz-Jesu-Verehrung. Zentral war für Margareta die 1675 an sie ergangene Aufforderung, den Mangel an Achtungen, der Jesus angetan wurde, wiedergutzumachen (Sühne, in diesem Zusammenhang steht auch die Einführung des Herz-Jesu-Festes). Aus einem Brief der Hl. Margareta Maria über die Bedeutung des göttlichen Herzens:

"Die große Sehnsucht des Herrn nach der Verehrung seines Herzens scheint mir darauf hinzuzielen, in unseren Herzen die Frucht der Erlösung zu erneuern. Denn sein heiliges Herz ist eine unerschöpfliche Quelle und sucht nichts anderes, als sich in demütige Herzen zu ergießen, damit sie frei und bereit werden, das eigene Leben nach seinem göttlichen Wohlgefallen einzusetzen.
Von diesem göttlichen Herzen fließt die Gnade unaufhörlich in drei Strömen aus: Aus dem ersten Strom fließt das Erbarmen mit den Sündern und gibt ihnen den Geist der Reue und Umkehr ein. Der zweite Strom ist die Liebe. Er bringt all denen Hilfe, die in Not und Mühsal sind, vor allem denen, die nach Vollkommenheit streben, damit sie bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten Hilfe finden. Aus dem dritten Strom fließen Liebe und Licht für die vollkommenen Freunde Jesu, die er mit sich vereinigen will, um ihnen sein Wissen und seine Gebote mitzuteilen; sie sollen sich - jeder in einer anderen Form - der Mehrung seiner Herrlichkeit weihen.
Dieses göttliche Herz ist der Abgrund alles Guten, in dem die Armen all ihre Not untertauchen sollen. Es ist ein Abgrund der Freude, in den wir all unsere Traurigkeit versenken sollen, ein Abgrund der Demut gegen unser Unvermögen, ein Abgrund des Erbarmens für alle Unglücklichen, ein Abgrund der Liebe, in dem unsere ganze Armut untergehen soll.
Ihr müßt euch mit dem Herzen unseres Herrn Jesus Christus vereinigen, euch am Anfang der Bekehrung in die rechte Verfassung versetzen, am Ende aber Sühne leisten. Macht ihr keinne Fortschritt im Gebet? Dann genüge es euch, Gott jene Gebet dazubringen, die der Heiland für uns im Sakrament des Altars spricht, und seine Glut aufzuopfern, zur Heilung eurer Lauheit. Sooft ihr etwas tut, betet: "O Gott, das tue ich - oder: das nehme ich auf mich - aus Liebe zum Herzen deines Sohnes und nach seinen heiligen Plänen, die ich dir darbringe, um alles gutzumachen, was an meinem Tun schlecht und unvollkommen ist." Ähnlich betet in allen Lebenslagen. Sooft euch etwas Peinliches, Trauriges oder Unrechtes widerfährt, sprecht zu euch selbst: "Nimm es an, das heilige Herz Jesu Christi schickt es, damit du tiefer mit ihm vereint wirst."
Vor allem haltet den Frieden des Herzens fest, der alle Schätze übertrifft. Um ihn zu bewahren, ist uns nichts von größerem Nutzen, als wenn wir auf unseren eigenen Willen verzichten und an seine Stelle den Willen des göttlichen Herzens setzen, damit Christus für uns alles tut, was zu seiner Ehre beiträgt. Ihm sollen wir uns in Freude unterwerfen und ganz auf ihn vertrauen."