Mittwoch, 12. Mai 2010

Hl.Franz von Sales: Demut und Selbstgefälligkeit

Der Demut gegenüber steht die Selbstgefälligkeit. Der selbstgefällige Mensch schreibt sich die Vorzüge zu, die in Wahrheit nicht in ihm sind, oder wenn in ihm, es doch nicht wert sind, daß man sich etwas darauf zugute tue: vornehme Familie, Gunst der Großen, öffentliches Ansehen und dergleichen sind Dinge, die nicht an uns, sondern an unseren Vorfahren oder an fremden Urteil liegen. Es gibt Menschen, die fühlen sich fast wie Halbgötter, weil sie auf einem guten Pferd reiten, eine schöne Feder auf dem Hut oder ein teures Tuch auf dem Leib haben. Wer sieht hierin nicht die Narrheit? Wenn es jemand gäbe, der in solchen Fällen stolz sein könnte, so wäre es das Roß, der Vogel oder der Schneider. Von ihnen also leihst du deine Herrlichkeit? Geh, schäme dich! ...
Den echten Wert eines Menschen erkennt man, wie man den echten Balsam erkennt: den schüttet man in Wasser, und je tiefer er untergeht, um so besser ist er. So erkennst du auch den reifen, edlen, verständigen und gebildeten Menschen, wenn seine Vorzüge ihn klein, bescheiden, anspruchslos machen. Schwimmen sie oben und wollen sich zeigen, so ist sicher der Schein größer als die Wahrheit.
Die Schönheit ist nicht mehr schön, wenn sie sich ihrer bewußt ist. Bildung und Wissen ist häßlich, wenn es den Menschen geschwollen macht von pedantischer Selbstgewißheit. Wer seinen Rang, seine Titel, seine Auszeichnungen hervorkehrt, der fordert nicht nur die Fragen des Spötters heraus, sondern macht seine Ehren auch für den Geschmack der Guten gemein. Denn die Ehre ist schön, wenn sie ungesucht kommt, sie ist allzu gewöhnlich, wenn sie erstrebt wird.

Aus der Philotea des Hl.Franz von Sales

Sonntag, 9. Mai 2010

Himmlischer Muttertag

Von: Mir
An : Königreich der Himmel



Liebe Maria, meine himmlische Mutter, der Herr selbst hat mich Dir anvertraut. Ich danke dir für alles, was Du im letzten Jahr für mich getan hast. Ich weiß mich bei Dir in guten Händen und möchte keine andere himmlische Mutter als Dich allein. Du bist die Beste!

Freitag, 7. Mai 2010

Kirchensteuer und Kirchenaustritt

Die derzeitige Diskussion um den Zusammenhang zwischen staatlich-amtlichen Kirchenaustritt (= Ende der Kirchensteuer) und dessen kirchlicher Wirkung (=Bewertung als Glaubensabfall) wundert mich und zwar im schlechten Sinn.

Das Frohlocken konservativer Kreise über eine mögliche Entkoppelung der Bereitschaft Kirchensteuer zu zahlen und der Zugehörigkeit zur Kirche (vgl. diverse Artikel auf kath.net) ist doch sehr fraglich und in manchen Fällen wohl auch bezeichnend. Die gleichen Leute, die am liebsten ihren Pfarrer beim Bischof anschwärzen wollen, weil er beim einkaufen im Supermarkt kein Kollarhemd trägt oder beim Hochgebet drei harmlose Wörtlein einfügt, wollen es nun besser wissen als die Bischöfe selbst, denn den Bischöfen stehen ja die Kirchensteuereinnahmen zu. Und da gilt nun wohl das Motto: "Tust Du, Bischof, nicht was ich will, bekommst du auch kein Geld mehr." Wo ist denn da die Bereitschaft zum Gehorsam in der Hierarchie, die man sonst den Pfarrern abverlagen will? Nicht falsch verstehen - niemand soll das Hochgebet irgendwie verändern und am besten sollte man als Kleriker stets die entsprechende Standeskleidung tragen, aber es wirft schon ein grelles Licht auf die Haltung mancher Leute, wenn sie von anderen Gehorsam gegenüber der kirchlichen Hierarchie abverlangen und dieser selbst bei Nichtgefallen am liebsten den Geldhahn abdrehen wollen, bis sie spurt.

Alexis de Tocqueville: Philosophie und Religion im Zeitalter der Gleichheit III

Von allen dogmatischen Bindungen scheint mir die auf religiösem Gebiet am meisten wünschenswert... Es gibt fast keine menschliche Wirksamkeit, so sehr sie auch auf einen einzelnen Gegenstand beschränkt sein mag, die nicht in einer ganz allgemeinen Vorstellung ihren Ursprung hätte, die die Menschen sich von Gott, von seiner Beziehung zum Menschengeschlecht, von der Natur ihrer Seele und von ihren Pflichten ihresgleichen gegenüber gemacht haben...
Wenn die Religion bei einem Volk zerstört ist, bemächtigt sich der Zweifel der geistigen Oberschicht und lähmt zur Hälfte auch alle anderen Teile des Volkes. Ein jeder gewöhnt sich daran, nur verwirrte und wechselnde Begriffe von den Dingen zu haben, die ihn und seinesgleichen interessieren... Ein solcher Zustand führt zur Halbbildung und Gedankenlosigkeit, entspannt die Triebfedern des Willens und macht die Bürger für die Knechtschaft bereit...
Ich persönlich zweifle, daß der Mensch jemals gleichzeitig völlige religiöse Unabhängigkeit und vollkommene politische Freiheit ertragen kann; und ich neige zu der Annahme, daß er Knecht sein muß, wenn er nicht glaubt, und daß er glauben muß, wenn er frei ist...
Es scheint mir offensichtlich: je mehr die Schranken, die die Völker innerhalb des Menschengeschlechts und die Bürger innerhalb jeden Volkes getrennt haben, zu fallen beginnen, desto mehr richtet sich der menschliche Geist, wie aus sich selbst heraus auf den Gedanken an ein einziges und allmächtiges Wesen hin, das in gleicher Weise jedem Menschen die gleichen Gebote gibt...
Auf religiösem Gebiet wird bei unseren Enkeln mehr und mehr die Neigung herrschen, sich nur mehr in zwei Lager zu gleidern: die einen werden völlig vom Christentum abfallen, die anderen zurückkehren in den Schoß der katholischen Kirche...

Mittwoch, 5. Mai 2010

Alexis de Tocqueville: Religion und Philosophie im Zeitalter der Gleichheit II

Die Demokratie liebt Verallgemeinerungen. Es ist dies eine Folge der Gleichheit: in ihrem Zeichen scheinen dem Menschen all die Wahrheiten, die auf ihn selbst anwendbar sind, in gleicher Weise auch auf alle seine Mitbürger Anwendung zu finden.
Die Menschen demokratischer Jahrhunderte lieben aber auch deshalb allgemeine und verallgemeindernde Ideen, weil sie sie des Studiums der Einzelfälle entheben; sie enthalten, wenn ich mich ausdrücken darf, vielerlei Dinge in einem kleinen Gebilde und geben in wenig Zeit großen Ertrag; und eines der Merkmale demokratischer Jahrhunderte ist ja der Geschmack, den alle Menschen an leichten Erfolgen und sofortigem Nutzen haben.
Auf dem Gebiet der Politik freilich mäßigen die demokratischen Einrichtungen, die jeden Bürger zwingen, sich praktisch mit der Staatsführung zu befassen, die übetreibene Neigung zu allgemeinen Theorien, zu der die Gleichheit verleitet...

Montag, 3. Mai 2010

Alexis de Tocqueville: Philosophie und Religion im Zeitalter der Gleichheit I

Es ist leicht einzusehen, daß es keine Gemeinschaft gibt, die ohne Ähnlichkeit der religiösen Bekenntnisse gedeihen oder überhaupt bestehen könnte; denn ohne Gemeinsamkeit des Denkens gibt es keine Gemeinsamkeit des Handelns - und ohne Gemeinsamkeit des Handelns gibt es zwar Menschen, aber keine Gemeinschaft. Damit eine solche existiert, und noch mehr, damit sie gedeiht, müssen alle Bürger in ihrem Denken stets durch einige grundlegende Ideen verbunden und zusammengeschweißt sein.
In den Zeiten der allgemeinen Gleichheit schenken die Menschen ob dieser ihrer Gleichheit einander keinen Glauben mehr; aber dieselbe Gleichheit gibt ihnen ein fast unbegrenztes Vertrauen in das Urteil der Öffentlichkeit.
Die Gleichheit, die den Menschen von jedem einzelnen seiner Mitbürger geistig unabhängig macht, liefert ihn, allein auf sich gestellt, wehrlos der Wirkung der größeren Zahl aus.
Ich unterscheide auf geistigem Gebiet im Zeichen der Gleichheit klar zwei Strömungen: die eine führt den Geist jedes einzelnen Menschen zu neuen Gedanken - und die andere verleitet ihn, nicht mehr selbst zu denken - sondern sich blind dem Urteil der Masse zu fügen. Ich selbst lehne mich gegen diese zweite Strömung auf. Fühle ich die Hand der Gewalt schwer auf meiner Stirn lasten, so ist es mir gleichgültig, wer mich drückt, und ich beuge mein Haupt nicht deshalb lieber dem Joch, weil es mir von einer Million Armen gereicht wird...

Aus: Alexis de Tocqueville: Die Demokatie in Amerika. Übersetzt von F.A. von der Heydte.

Sonntag, 2. Mai 2010

Ein neues Forum...

... findet sich hier:


Damit keine Missverständnisse aufkommen sei von vornherein auf einige Dinge hingewiesen:

Das Trutzburg-Forum ist kein katholisches Forum, allerdings dürfte es für Menschen interessant sein, die traditionsverbunden oder dezidiert konservativ sind. Man sollte keine Angst vor Ideen haben, die einem in den Massenmedien nicht geboten werden und die einen unter Umständen überraschen. Alles andere wird sich zeigen, denn da die Seite erst seit gestern online ist, kann man noch nicht allzuviel dazu sagen.

Samstag, 1. Mai 2010

Der alternative 1.Mai ... Maria, Patrona Bavariae



Die katholische Kirche in Bayern begeht heute das regionale Hochfest: Maria, Patrona Bavariae.

Die Verehrung Mariens war schon in der frühesten Geschichte tief im bayerischen Volk verwurzelt. Die Mariendome in Augsburg, Eichstätt und München, sowie die vielen der Gottesmutter geweihten Wallfahrts- Stadt- und Dorfkirchen geben in allen Jahrhunderten Zeugnis davon. Herzog Maximilian I. (1597-1651) ließ in einer Nische der Hauptfassade seiner Residenz in München eine Marienstatue mit dem Titel "Patrona Bavariae" anbringen. Als er in der Schlacht am Weißen Berg 1620 einen großen Sieg errang, ließ er in Dankbarkeit auf dem Marktplatz in München die bekannte Mariensäule errichten. Auf Bitten König Ludwig III. gestattete Papst Benedikt XV. 1916, daß das Fest der "Patrona Bavariae" in allen bayerischen Diözesen im Stundengebet und in der Messe als Hochfest begangen werden darf.

Maria, Himmelskönigin,
der Menschen treue Helferin:
du Bayerns hohe Schutzfrau bist,
das Land und Volk dein eigen ist.

Oft hat in schicksalsschwerer Zeit
dein gläubig Volk sich dir geweiht.
Du bist ihm Trost und sichrer Hort,
in Angst und Not ein Zufluchtsort.

Einst grüßte dich in heil'ger Stund
Gott selber durch des Engels Mund.
Beim Aveläuten klingt dies Wort
von Haus zu Haus, von Ort zu Ort.

Viel schöne Kirchen, dir geweiht,
verkünden deine Herrlichkeit.
Von Häusern und vom Wegesrand
schaust segnend du auf Volk und Land.

Auf dich das Herz der Mütter baut
und Mann und Kind dir anvertraut.
Zu dir schaut auf zu jeder Zeit
das Volk des Herrn in Freud und Leid.

Maria, Bayerns Königin,
du bist der Gnaden Mittlerin:
laß gläubig uns durchs Leben gehn
und treu zu deinem Sohne stehn.