Donnerstag, 30. September 2010

Mehr Harz IV!? - Erik von Kuehnelt-Leddihn zum Versorgungsstaat

Anläßlich der Debatte um die Erhöhung der Sozialversorgung und neben der recht banalen Bemerkung, dass das Geld, das verteilt wird, ja auch von jemandem erarbeitet wird, dem man sein eigenes Geld dann wieder wegnimmt, hier einige Gedanken von Erik von Kuehnelt-Leddihn zum Thema "Prokrustes oder der Versorgungsstaat"
Man könnte allerdings die Versorgung der Alten, Kranken und Arbeitslosen auch auf nichtstaatliche, private Grundlage stellen und die dafür aufzuwendenden Gelder privat organisieren und verteilen. Würde man die Löhne anheben, keine staatlichen Versicherungsbeiträge zahlen und das ganze Geschäft privaten Versicherungsgesellschaften überlassen, käme man finanziell keineswegs schlechter und in aller Wahrscheinlichkeit sogar besser weg. Diesbezügliche Berechnungen sind längst angestellt worden und sollten niemanden überraschen. Auch könnten dann die Beteiligten freie Entscheidungen treffen: sie könnten sich diese oder jene Art der Versicherung aussuchen, diese oder jene Art der Gesellschaft und so weiter. ... Doch der Staat liebt es gar nicht, seinen Untertanen Freiheiten zu lassen. Alles oder fast alles soll durch seine Hände gehen. Dazu kommt noch die geringe Meinung, die die Politiker, trotz demokratischer Lippenbekenntnisse, von der Intelligenz ihrer Wahlbürger haben: die Kerle würden sich wahrscheinlich gar nicht versichern, sondern die dafür bestimmten Summen versaufen oder gar in ihrer Freizeit sinnlos vergeuden. ... Für den Verstaatlichungsbetrieb gibt es keine Grenzen, und sein Dominationstrieb wird nur von seiner maßlosen Eifersucht übertroffen.
Hier kommt ihm der moderne Mensch mindestens auf halbem Weg entgegen. Er, dem der Staat von heute nicht einmal das Vorsorgeempfinden einer Ameise oder eines Hmasters zubilligt, ist tatsächlich nicht nur denkfaul, sondern auch unverantwortlich. Er ist ein weitgehend verdorbenes und verzogenes Großkind, aber daran ist eben auch das System schuld, denn in der politischen Domäne besteht seine Verantwortlichkeit darin, daß er unter Millionen alle paar Jahre einen anonymen, aber markierten Zettel in eine Urne wirft. Im Ancien Regime war seine Verantwortung bezogen auf die hohen Staatsaffairen zwar noch geringer, doch gab es selbst in absoluten Monarchien die autonomen Körperschaften, und das Subsidiaritätsprinzip wirkte sich mächtig aus. In den kleinen, zumeist strikt lokalen Einheiten, in denen öffentlich abgestimmt wurde und wo man vor der Verantwortung nicht in die Anonymität auswich, tat man nicht geheimnisvoll. Man konnte vielleicht nicht immer schreiben, aber man stand auf, hob die Hand oder trat kühn vor einen Schreiber. Man war mutiger als heute.

Erik von Kuehnelt-Leddihn: Freiheit oder Gleichheit.

Mittwoch, 29. September 2010

29.9. Hl.Erzengel Michael, Gabriel, Rafael: O heros invicibilis


Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.

Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, / die Macht und die Herrschaft unseres Gottes / und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte. Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes / und durch ihr Wort und Zeugnis; sie hielten ihr Leben nicht fest, / bis hinein in den Tod. / Darum jubelt, ihr Himmel / und alle, die darin wohnen. Weh aber euch, Land und Meer! / Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen; seine Wut ist groß, / weil er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist bleibt.

O heros invicibilis, dux Michael, adesto nostris praeliis, dux Michael.
Tu noster dux militiae Defensor es ecclesiae.
Coelestes omnes spiritus pars tui sunt exercitus.
Per terras atque maria sunt note tua proelia.
perte, o heros, belliger prostratus iacet Lucifer.
O magne heros gloriae protector sis Germaniae.
Ad arma, ad arma angelos, ad arma voca subditos.
Eiectis procul hostibus, fer opem desperantibus.
Afflictae pridem patriae, optatam pacem reddite.
A fame, peste libera, a servitute vindica.
O Michael, Archangele, hac voce oro supplice.

O unüberwindlicher Held, Sankt Michael, komm uns zur Hilf, zieh mit ins Feld. Hilf uns hier kämpfen, die Feinde dämpfen, Sankt Michael.
Die Kirche dir anbefohlen ist, du unser Schutz- und Schirmherr bist.
Du bist der himmlisch Kapitein, dein Kriegsheer alle Engel sein.
Groß ist dein Macht, groß ist dein Heer, groß auf dem Land, groß auf dem Meer.
Von deiner Macht zu sagen weiß, der höllisch Drach und sein Geschmeiß.
Den Drachen du ergriffen hast und unter deinen Fuß gefasst.
Mit Luzifer hast du gekämpft, du hast sein Herr mit Macht gedämpft.
O großer Held! Groß ist dein Kraft, ach komm mit deiner Ritterschaft.
Beschütz mit deinem Schild und Schwert, die Kirch, den Hirten und die Herd.
Vor Pest, vor Krieg, vor Hungersnot, errette von dem jähen Tod.
O großer Fürst, verlaß uns niht, das ist einhellig unser Bitt!

(Friedrich Spee, nach: "St.Michael. Der deutschen Schutzpatron?")

Montag, 27. September 2010

Paul vom Kreuz: Demut und Gottesliebe

Aus einem Brief des Hl.Paul vom Kreuz:

Ich möchte zwar, dass sie sehr demütig sind, sich selbst geringschätzen und sich aus sich selbst nichts zutrauen. Aber darüber hinaus möchte ich, dass sie im Dienst Gottes mit Heiterkeit und mit Frohsinn wandeln, sich in die Hände Gottes fallen lassen und im Göttlichen Schoß des Vaters sich ausruhen. Ihr Mangel an innerer Glut und ihre Schwäche sollen sie immer demütiger machen, aber dann müssen sie all dies in das lodernde Feuer der Liebe Gottes werfen. Dieses Feuer wird es verzehren, so wie ein Strohhalm, den man in einem großen Feuerofen wirft, ganz und gar verbrennt, so daß nicht einmal ein Schatten übrigbleibt.

aus: Paul vom Kreuz. Im Kreuz ist Heil.

Samstag, 11. September 2010

Gründung Kloster Cluny

Heute ist das Gründungsdatum des Klosters Cluny, das die cluniazensische Reform hervorbrachte. Das Kloster Cluny verband die Schwerpunkte Liturgie und Diakonie mit einer straffen internen Ordnung.