Anläßlich der Debatte um die Erhöhung der Sozialversorgung und neben der recht banalen Bemerkung, dass das Geld, das verteilt wird, ja auch von jemandem erarbeitet wird, dem man sein eigenes Geld dann wieder wegnimmt, hier einige Gedanken von Erik von Kuehnelt-Leddihn zum Thema "Prokrustes oder der Versorgungsstaat"Hier kommt ihm der moderne Mensch mindestens auf halbem Weg entgegen. Er, dem der Staat von heute nicht einmal das Vorsorgeempfinden einer Ameise oder eines Hmasters zubilligt, ist tatsächlich nicht nur denkfaul, sondern auch unverantwortlich. Er ist ein weitgehend verdorbenes und verzogenes Großkind, aber daran ist eben auch das System schuld, denn in der politischen Domäne besteht seine Verantwortlichkeit darin, daß er unter Millionen alle paar Jahre einen anonymen, aber markierten Zettel in eine Urne wirft. Im Ancien Regime war seine Verantwortung bezogen auf die hohen Staatsaffairen zwar noch geringer, doch gab es selbst in absoluten Monarchien die autonomen Körperschaften, und das Subsidiaritätsprinzip wirkte sich mächtig aus. In den kleinen, zumeist strikt lokalen Einheiten, in denen öffentlich abgestimmt wurde und wo man vor der Verantwortung nicht in die Anonymität auswich, tat man nicht geheimnisvoll. Man konnte vielleicht nicht immer schreiben, aber man stand auf, hob die Hand oder trat kühn vor einen Schreiber. Man war mutiger als heute.
Erik von Kuehnelt-Leddihn: Freiheit oder Gleichheit.




