Dienstag, 19. Juli 2011

Die Causa "Rechter Campus-Chefredakteur" oder: "Wer ist ultrarechtskonservativ?"

Es geht einem ja öfter so, dass man von Vorgängen hört, die einen eigentlich zum lachen reizen könnten, wenn sie nicht recht ernst wären.

Wer es nicht mitbekommen hat. Bei der Zeitschrift der Studierendenschaft der Bundeswehr-Uni in München wurde der Chefradakteur enttarnt - er sei "rechts". Mittlerweile hat ein Honorarprofessor (sowieso eine ziemlich merkwürdige Spezies, aber gut...) sogar die Wortneuschöpfung "ultrarechtskonservativ" ins Spiel gebracht (das kommende Wort des Jahres? Wer weiß ...). Wie auch immer - man zeigt sich betroffen, von der Uni-Rektorin bis zur SPD-Bundestagsfraktion. Mir ist noch nicht ganz klar geworden, über was - aber wer wird sich mit solchen Dingen wie Ursachen oder Begründungen abgeben? Das tun nur Kleingeister (wie ich). Es gibt nichts, was man dem jetzt land-auf land-ab vorgeführten Martin B. vorwerfen könnte. Es gab zwar in der von ihm verantworteten Bw-Uni-Zeitschrift einen kontroversen Artikel über die Integration von SoldatINNEN in die Bw, aber den Artikel wirft ihm niemand vor. Er war nur Anlaß, nicht Ursache.
Worum geht es also? Das übliche, ein bisschen Gesinnungsdiktatur (und Sommerloch). Ich will mich darüber gar nicht groß auslassen, kennen wir eh alle und wir müssen uns ja nicht dauernd gegenseitig selbst beklatschen.
Ich kenne den Martin - den fraglichen Finsterling - persönlich. Nicht weiter intensiv, wir sind uns einige male begegnet. Martin hat sich im Zuge dieser Sache gegenüber der Presse als "katholisch konservativ" bezeichnet. Das stimmt auch. Soweit ich ihn kenne ist er ein guter Katholik, nachdenklich und selbstkritisch. Wir hatten einige gute Gespräche über geistliche Fragen. Grade daher erscheint mir das. was sich da jetzt abspielt, vollkommen absurd. Da sind einigen Journalisten die Gehirnwindungen durchgegangen. Denen würde ich gern sagen: Kommt mal wieder auf den Boden. Seht euch mal an, was denn wirklich ist: Nämlich nichts. Die Sache ist ein reiner Selbstläufer.
Zum Schluß noch ... es ist sicher kein Spaß, wenn vom Bayerischen Rundfunk (übrigens dort ein selten dümmlicher Bericht), über die SZ (die in ihrer Haltung aber etwas schwankt) bis zur "Welt" die Massenmedien über einen herfallen, vor allem, wenn man - trotz achtenswerter publizistischer Tätigkeit - doch eher Normalbürger (in Uniform...) als Person der Zeitgeschichte ist. Ich denke, unter uns Katholiken sollte die Solidarität so groß sein, dass ein "Ave" für einen Mitbruder drin ist, der irgendwie unter die Räder gekommen ist. Der Hl.Mauritius oder gar der Hl.Martin selbst dürften sich auch für ihn einsetzen..

Wer sich ein Bild von der Sache machen will: hier.

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