Sonntag, 24. April 2011
Donnerstag, 21. April 2011
Ubi caritas et amor
Der traditionelle Gesang zu Gründonnerstag
Ubi caritas et amor Deus ibi est.
Congregavit nos in unum Christi amor
exsultemus et in ipso iucundemur.
timeamus et amemus Deum vivum
et ex corde diligamus nos sincero.
Wo Güte und Liebe sind, da ist Gott.
Die Liebe Christi hat uns zu Einem vereint.
Lasst uns jauchzen und in ihm uns freuen,
lasst uns den lebendigen Gott fürchten und lieben
und lasst uns einander von ganzem Herzen Freunde sein.
Samstag, 16. April 2011
Romano Guardini: Die Unwirklichkeit des Reiches Gottes
Was macht das alles so schwer? Daß unser Herz an Dingen und Menschen hängt, daß wir uns in uns selber behaupten - gewiß; aber das sagt noch nicht alles. Viel schlimmer ist, daß wir im Grunde gar nicht richtig wissen, wofür wir hergeben sollen. Der Verstand "weiß" es vielleicht, hat es gehört oder gelesen; aber das Herz weiß es nicht. Der innere Sinn versteht nicht. Der Wurzel des Lebens ist es fremd. Geben ist ja gar nicht so schwer, ich muss nur wissen wofür. Nicht um Vorteil zu haben, sondern weil ich einen wirklichen Wert doch nur um eines höheren Wertes willen loslassen kann; den muß ich aber fühlen. Und läge der Wert auch nur in der Großmut des Lassens selber - dann muss ich eben fühlen, dass das Lassen herrlich ist. Darum stehen ja die Worte vom "Schatz" [im Acker] und der "Perle" [des Kaufmanns] da! Sobald das Gold vor mir liegt ist es nicht mehr schwer, Haus und Gerät herzugeben; aber ich muß es sehen. Sobald mir die Perle hingehalten wird kann ich alles dafür verkaufen; aber sie muß wirklich vor mir schimmern. Ich soll die Dinge des Daseins für das "Andere" hergeben - aber Dinge und Menschen berühren mich, durchmächtigen mich; das Andere hingegen ist für mein Gefühl unwirklich! Wie kann ich die Mächtigkeit der Welt um eines Schattens willen hergeben?Dass das Reich Gottes kostbar ist wird mir gesagt, aber ich empfinde es nicht. Was hilft es dem Kaufmann, wenn ihm einer erzählt: Da und da ist eine wunderbare Perle; gib dafür, was du hast? Er muß sie sehen. Daß wir das Schimmern der Perle nicht sehen, daß wir von der Kostbarkeit dessen, was in Christus kommt, nicht innerlich erfaßt sind - das ist das Unglück! Wie sollen wir den Kampf führen, wenn auf der einen Seite "die Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit" (Mt 4,8) stehen, auf der anderen Seite aber eine matte Unbestimmtheit?
aus: Romano Guradini: Der Herr.
Dienstag, 12. April 2011
kath.net auf Abwegen
Ich halte das, bei aller Wertschätzung für kath.net, für völlig falsch, abwegig, ja unchristlich. Wozu soll dieser persönliche Angriff auf den Dompfarrer dienen? Warum soll ganz Deutschland wissen, dass er alkoholbedingt (?) einen Unfall hatte. Die Dinge liegen hier völlig anders als bei Fr.Käßmann, die ja deutschlandweit bekannt war und ist. Mir erscheint das hier als ein übles Nachtreten, fast als Freude am Unglück anderer. Das ist nicht der Stil, den wir als Christen pflegen sollten. Es wirft auch kein gutes Licht auf die Geisteshaltung der überzeugten Katholiken. Wir sollten uns mit den Forderungen des Theologen-Memorandums sachlich und gehaltvoll auseinandersetzen - aber nicht so.
Sonntag, 10. April 2011
Verständnisfrage zu Libyen und der deutschen Politik

Die SPD befürchtet unterdessen, dass humanitäre Einsätze nicht ohne Soldaten am Boden abgesichert werden können. Eine Beteiligung an einer sogenannten humanitären Eingreiftruppe der EU könne durchaus bedeuten, dass man auch an Land gehen müsse, sagte der SPD-Fraktionsvize Gernot Erler im Deutschlandradio Kultur. Der frühere Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat sagte der „Mitteldeutschen Zeitung“, in diesem Fall wäre es „bloß noch ein kleiner Schritt, bis man tatsächlich in Kampfhandlungen verwickelt ist“.Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton erklärte in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon „die Bereitschaft der EU zum Handeln“. Voraussetzung ist eine entsprechende Bitte des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA). Im Gespräch ist unter anderem ein Hilfseinsatz für die Menschen in der umkämpften Stadt Misurata.
Ob der EU-Beschluss dazu so rechtzeitig kommt, dass diese Woche schon der Bundestag über eine deutsche Beteiligung entscheiden kann, ist fraglich. Ein Kabinettsbeschluss am Mittwoch sei „unwahrscheinlich“, hieß es im Auswärtigen Amt. In diesem Fall dürfte eine Sondersitzung des Parlaments notwendig werden, da die nächste reguläre Sitzung des Bundestages wegen der Osterpause erst in der zweiten Mai-Woche stattfindet.
Für den Einsatz der Bundeswehr zeichnet sich eine breite Mehrheit im Bundestag ab. Neben den Koalitionsfraktionen haben auch SPD und Grüne Zustimmung signalisiert. SPD-Fraktionsvize Erler warf der Bundesregierung gleichwohl einen „Zickzackkurs“ vor. Bis zu den Landtagswahlen im Südwesten habe Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärt, auf keinen Fall werde der Fuß eines deutschen Soldaten auf libyschen Boden gesetzt. „Jetzt soll das genau umgekehrt gelten.“
aus der FAZ.
Hm - verstehe ich das jetzt richtig, dass die EU - samt Bundeswehr - jetzt vorhat Bodentruppen nach Libyen zu schicken? Natürlich nur aus humanitären Gründen usw., aber dass das friedlich abläuft glaubt doch niemand ernsthaft und vermutlich mischt man dann in Kürze im dortigen Bürgerkrieg mit - gegen Gaddafi und für die humanitären Rebellen wahrscheinlich - oder man haut wieder mit Schimpf und Schande ab, wenn jemand auf sie schießt (und trifft).
Es läuft genauso, wie die Unheilspropheten es vorausgesagt haben - Luftangriffe reichen nicht, also jetzt Soldaten am Boden und am Schluß gibts mal wieder Nation building. Klappt ja immer hervorragend, vollkommen ohne Blutvergießen und sehr humanitär.
Es sprach sehr für unsere Regierung, dass sie sich da zuerst rausgehalten hat. Sie hätte dabei bleiben sollen. Dass aber mal wieder ALLE Fraktionen dafür sind (die Linken sind natürlich dagegen, aber vermutlich auch eher, weil sie die Gewohnheit mit "Nein" zu stimmen nicht ablegen können), nachdem erst ALLE dafür waren sich rauszuhalten, zeigt schon, wie seltsam da Entscheidungen fallen. An der Sachlage geändert hat sich zwischendurch nämlich gar nichts.
Freitag, 8. April 2011
Donnerstag, 7. April 2011
Einige Gedanken zur Kernkraft (und zur "Haltung der Kirche" dazu)
Niemand ist mehr für die Kernkraft. Das muss kein Schaden sein, denn die Frage des radioaktiv strahlenden Mülls ist ja wirklich ungelöst. Sie bleibt es auch - der Müll ist ja schon reichlich da und daher bleibt das ein hübscher Angriffspunkt der jeweiligen Opposition auf die jeweilige Regierung. Wie dem auch sei, man will nun also ohne Kernkraft weitermachen, möglichst schnell. Dass die deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet werden und man dann Atomstrom aus Frankreich und Tschechien bezieht ist so verrückt, dass man darüber eigentlich kein Wort verlieren müsste - wenn es nicht scheinbar doch irgendwie darauf hinauslaufen würde.Die Idee mit der regenerativen Energie ist sehr schön und nachhaltig, wird sich aber wohl kaum auf den Anteil der Atomkraft an der deutschen Energiegewinnung steigern lassen. Es wird wohl auf einen höheren Import jeglicher Energie (Atomstrom, Öl, Gas) hinauskaufen. Kann man machen, aber man muss sich bewusst sein, was man tut. Und die Debatte zu diesem Thema zeigt meines Erachtens, dass "man" sich nicht bewußt ist, was man tut und welche Folgen die jeweiligen "Wünsche" haben. Hier sieht man auch das Problem, das auftritt, wenn der diffuse Wille der Allgemeinheit maßgebend in Dingen ist, die er nicht überschaut und oft auch gar nicht überschauen will.
Auch die katholischen Bischöfe haben zu diesem Thema ihre Meinung, etwa Bischof Gregor Maria Hanke von Eichstätt und Erzbischof Reinhard Kardinal Marx aus München-Freising. Die dürfen sie selbstverständlich haben. Sie sollten aber nicht den Eindruck erwecken, dass sie hier eine Haltung der römisch-katholischen Kirche zur Atomkraft oder ihrer jeweiligen Bistümer repräsentieren. Pro oder contra Atomkraft ist keine Frage des depositum fidei. Daher wäre mehr Zurückhaltung hier angebracht - sonst stehen sie in einer Reihe mit Politikern, die die Abschaffung des Zölibats fordern. Das Gefühl, endlich mal mit dem Mehrheitswillen übereinzustimmen mag schön sein, aber politische Neutralität erscheint mir wichtiger. Dazu mag es sein, dass sich der Wind mittelfristig durchaus wieder dreht.

