Dienstag, 29. Mai 2012

Präsidentschaftswahlen in Ägypten...


... und die Leute wählen immer die falschen. Sowas aber auch! :) In der EU pflegt man dann mittlerweile einfach solange zu wählen, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt, aber das haben die Ägypter irgendwie noch nicht raus.

Wie auch immer - Wahlbeteiligung: 46 %. Dafür dass der Eindruck vermittelt wurde, ganz Ägypten fiebere einer demokratischen Zukunft entgegen, ist das nicht viel. Es ist sogar auffallend wenig.  2000 Demonstranten auf dem Tahrir-Platz sind nun auch keine Völkerstämme...  Man kann nicht anders als sagen: Die Ägypter standen dieser Wahl entweder ablehnend oder desinteressiert gegenüber. Warum auch immer.

Der zum Favoriten stilisierte Kandidat des Westens, ein Mann namens Abul Futuh und immerhin nur ehemaliger Muslimbruder, wurde nur vierter. Wer lässt sich auch schon gern das Staatsoberhaupt von außerhalb aufschwatzen, das funktioniert nirgends. Neben Ägypten übrigens auch nicht in Afghanistan oder in Frankreich.
Aktivisten der Aufstandsbewegung, die den Sturz Mubaraks bewirkt hatte, zeigten sich bitter enttäuscht über einen Wahlausgang, der den Bürgern nur noch die Wahl zwischen einem Mubarak-Mann und einem frommen Islamisten belässt.  
Nun, die sogenannten Aktivisten wollten Demokratie, sie haben sie bekommen. Nichts gegen Frömmigkeit, meinetwegen auch islamischer Provenienz, aber mir wäre Schafiq - der "Mubarak-Mann" doch lieber. Diese Leute waren jedenfalls einigermaßen berechenbar. Muhammes Mursi, der Mann der Muslimbrüder, muss gar kein schlechter Mensch sein. Aber Islamisten an der Macht laufen immer aus dem Ruder. Wenn nicht er selbst, dann andere.  

1 Kommentar:

Resident hat gesagt…

So ähnliche Gedanken hatte ich auch bei Radioberichten am Sonntag, wo so gerne hervorgehoben wurde, welche großer Anteil der Wähler eben nicht für die nun anstehenden Finalisten gestimmt hätte. Klar, so kann man sich das immer zurechtlegen. Viel mehr haben für drei Kandidaten gestimmt als für zwei - nur wenn in einer Demokratie die Regel gilt, daß die beiden Bestplatzierten die Stichwahl bestreiten (was ja nicht so sein muß), dann ist das nunmal so. In der DDR kam 1990 auch nicht das heraus, was die Montagsdemonstranten haben wollten. Aber das nennt man eben Demokratie!